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Rammstein, die Toten Hosen, System Of A Down : „Rock am Ring“ 2017 wieder am Nürburgring

vom

2015 und 2016 fand „Rock am Ring“ in Mendig statt. Dort geht es wegen Umweltauflagen nicht weiter.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2016 | 16:48 Uhr

Frankfurt/Mendig | Nach zweijähriger Abstinenz kehrt das Musikfestival „Rock am Ring“ überraschend an den Nürburgring zurück. Die Veranstalter begründeten dies am Montag rund ein halbes Jahr vor dem Termin vom 2. bis 4. Juni 2017 mit „ständig erweiterten Auflagen der Naturschutzbehörden“.

Die Entscheidung sei unausweichlich, teilten die Marek Lieberberg Konzertagentur sowie Live Nation in Frankfurt mit. Das Event müsse langfristig zukunftsfähig gestaltet werden. Der Flugplatz des Eifel-Ortes Mendig als Standort in den Jahren 2015 und 2016 sei wegen der Auflagen zu Umwelt-, Arten- und Gewässerschutz nicht mehr haltbar. Vor der Premiere dort hatten die Behörden unter anderem die Auflage gemacht, mindestens 42 Hektar Ausgleichsflächen mit geeigneter Bepflanzung zu schaffen, um Vögeln ausreichend Rückzugsorte zu ermöglichen.

Sowohl 2015 als auch 2016 hatten Blitzeinschläge mit Verletzten Aufsehen erregt. In diesem Jahr waren in Mendig 71 Menschen verletzt worden, mehrere von ihnen schwer, das Festival wurde abgebrochen. 2015 gab es Unwetter mit 33 Verletzten. Trotz allem hatten die Veranstalter noch im Oktober erklärt, „Rock am Ring“ bleibe in Mendig. Der Vertrag lief über fünf Jahre mit der Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre.

Nun geht es also doch retour an den nur rund 30 Kilometer entfernten Nürburgring, wo „RaR“, wie das Event von den Fans abgekürzt wird, bis 2014 über 29 Jahre hinweg stattfand. 2017 steigt die 30. Auflage an der Rennstrecke in Rheinland-Pfalz, die dann selbst den 90. Geburtstag feiert. Zehntausende werden wieder an dem Ort feiern, wo schon Stars wie Joe Cocker, David Bowie, Udo Lindenberg, Bryan Adams, Bob Dylan, Elton John, Bon Jovi, Guns N' Roses, Rammstein und die Toten Hosen auftraten, wo „Rock am Ring“ groß wurde und Musikgeschichte schrieb.

In einem Newsletter des Nürburgrings hieß es am Montag: Willkommen zu Hause. „Wir freuen uns, dass wir ein Stück Nürburgring-Geschichte, welches die Menschen hier drei Jahrzehnte lang begeistert hat, zurückgewinnen konnten“, betonte der Geschäftsführer der Capricorn Nürburgring GmbH, Mirco Markfort.

Zur zwischenzeitlichen Trennung war es gekommen, weil sich die damals neuen Besitzer der Asphaltschleife nicht mit Lieberberg auf eine Zusammenarbeit einigen konnten. Es folgte unter anderem ein gerichtlicher Streit um die Namensrechte für „Rock am Ring“. Es habe dazu einen Vergleich gegeben, sagte der Sprecher der Sanierer des erst insolventen und dann verkauften Nürburgrings, Pietro Nuvoloni. „Das ist ein Durchbruch, der den Weg für den Nürburgring als Austragungsort für ,Rock am Ring‘ wieder frei macht.“ Lieberberg selbst wollte den Vergleich am Montag nicht kommentieren.

Die Veranstalter betonten, am Ring könne man sich auf die Kernaufgabe konzentrieren - das Festival inhaltlich und qualitativ zu gestalten.

Der Ring-Betreiber habe sich glaubwürdig und zu beiderseits annehmbaren Bedingungen um eine Rückkehr bemüht. Die bisher schon für Mendig verkauften rund 40.000 Karten bleiben gültig. Auftreten werden im kommenden Jahr unter anderem Rammstein, die Toten Hosen, System Of A Down, Prophets Of Rage, Broilers, Airbourne und Kraftklub.

Anfang Juni dieses Jahres waren etwa 90.000 Menschen zu „Rock am Ring“ nach Mendig gekommen - ausverkauft, meldeten die Veranstalter. Das Zwillingsfestival „Rock im Park“ geht seit Jahren zeitgleich in Nürnberg über die Bühne. Die Bands werden in der Regel für beide Festivals engagiert.

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