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Deutscher Buchpreis : Robert Menasse: Ein philosophisch-politischer Schriftsteller

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Er ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Österreichs. Und er ist ein überzeugter Europäer.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 19:18 Uhr

Philosoph und Historiker, aber vor allem Schriftsteller: So könnte man das Wirken des Österreichers Robert Menasse einigermaßen fassen,

Doch fehlt dabei noch die politische Komponente. Denn der 63-jährige Autor versieht viele seiner Romane mit einem zeitgeschichtlich-politischen Hintergrund, seine Essays werden häufig von philosophischen Fragestellungen geleitet.

Dieses Gesellschaftspolitische wurde Menasse quasi in die Wiege gelegt. Als Sohn einer jüdischen Familie wurde er 1954 in Wien geboren - sein Vater war 1938 vor den Nationalsozialisten aus Österreich geflohen und erst nach Kriegsende zurückgekehrt. Sicherlich eine prägende Familiengeschichte.

Als junger Mann studierte Menasse Germanistik, Philosophie und Geschichte. Nach einer Anstellung als Lektor im brasilianischen Sao Paulo arbeitet er seit 1988 als freiberuflicher Schriftsteller.

Der Durchbruch gelang ihm 1995 mit dem Roman «Schubumkehr», für den er später mit dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet wurde. Darin beschreibt Menasse, wie der Fall des Eisernen Vorhangs 1989 auch in Österreich die bestehenden Verhältnisse durcheinanderbrachte. Weitere bekannte Werke sind «Sinnliche Gewissheit», «Land ohne Eigenschaften» sowie «Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust».

Menasse ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Österreichs und sicherlich einer mit den meisten Auszeichnungen: Er hat den Heinrich-Mann-Preis, den Max-Frisch-Preis, den französischen Orden der «Arts et Lettres» und jetzt eben den Deutschen Buchpreis erhalten, um nur einige zu nennen.

Und Menasse ist überzeugter Europäer - davon zeugt nicht zuletzt seine Rede vor dem Europaparlament in Brüssel im Frühjahr dieses Jahres, sondern auch sein ausgezeichneter Roman «Die Hauptstadt», in dem er aufzeigt, was seiner Meinung nach alles falsch läuft in der EU-Bürokratie.

Deutscher Buchpreis

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