zur Navigation springen

Museen : Richter plant Rückkehr zur gegenständlichen Malerei

vom

Maler Gerhard Richter (81) will sich nach seinen «Streifenbildern» wieder der gegenständlichen Malerei zuwenden.

Sogenannte Strips - Computerausdrucke auf Papier - habe er jetzt genug gemacht, bekannte Richter am Freitag bei der Präsentation seiner Ausstellung «Gerhard Richter. Streifen + Glas» in Dresden. Das Gegenständliche komme sicher wieder. Die Ausstellung im Albertinum entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Winterthur in der Schweiz und ist von diesem Samstag an bis zum 5. Januar 2014 an der Elbe zu sehen. In drei Räumen werden überwiegend neue Werke des Künstlers gezeigt, darunter eine Glasskulptur und Hinterglasbilder. Dazu kommen zwei Serien auf Papier: die bereits 1957 zu Richters Studentenzeit in Dresden entstandene «Elbe» und «November» von 2008.

Richters «Streifenbilder» wurden erstmals 2011 in Paris ausgestellt. Eigens für die Schau in Dresden schuf er neue Arbeiten dieses Typs. Ausgangspunkt dafür ist seine eigene abstrakte Malerei. Das «Abstrakte Bild» von 1990 teilte er in immer kleinere Elemente, vervielfachte diese durch Spiegelungen und zog sie dann als horizontale Streifen in die Länge. Daraus entstanden bis zu zehn Meter lange Bilder. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, sprach von «irritierenden und faszinierenden» Bildern, die auf «unglaublich anziehende Weise abweisend» wirken. Richter räumte ein, dass bei der Arbeit auch der Zufall eine Rolle spiele. Bei seinen Bildern habe er es ohnehin immer mit dem Zufall zu tun. Man solle den Zufall auch zulassen.

«Ich bin mehr an Bildern interessiert als am Malen selbst», sagte Richter. Wie ein Bild technisch hergestellt werde, sei ihm eigentlich egal. Den Computer sieht der 81-Jährige dabei keineswegs als Feind der Kunst. «Ich habe genug Einfluss darauf, dass es so wird, wie ich es will.» Der gebürtige Dresdner äußerte sich auch zu seiner Heimatstadt, die er 1961 in Richtung Westen verlassen hatte. Dass die Staatlichen Kunstsammlungen sich in den vergangenen Jahren verstärkt seinem Werk widmeten, empfinde er nicht als Genugtuung. Er habe ja keine Rachegefühle gegenüber der Elbestadt gehabt, sagte Richter. Heute nach Dresden zu fahren sei wie nach Hause zu kommen. Eines der Strip-Bilder kündigten die Dresdner Kunstsammlungen am Freitag als jüngste Neuerwerbung an.

Bereits seit 2006 arbeitet in Dresden ein Gerhard Richter Archiv, das alles Material zum künstlerischen Schaffen des Malers zusammenträgt. Bis 2019 sollen sechs Bände publiziert werden, zwei davon sind bereits erschienen.

Vorschau Richter-Ausstellung

zur Startseite

von
erstellt am 13.Sep.2013 | 14:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen