Richard-Haizmann-Museum bis 10. Juni - Kontraste von Taffet und Billib - Gesehenes und Gedachtes

Rapsfeld von Taffet.  Foto: Müllers
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Rapsfeld von Taffet. Foto: Müllers

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31. Mai 2012, 08:18 Uhr

Rendsburg/Niebüll | Kontraste schärfen das Sehen. Das gilt für das Leben wie für die Kunst. Und bestenfalls ist das eine vom anderen eh nicht zu trennen. Das Rendsburger Kunsthaus Müllers zeigt noch bis zum 17. Juni Arbeiten zweier Künstler, die mit Klaus Fußmann zwar einen gemeinsamen Lehrer hatten, doch unterschiedlicher kaum sein könnten: Monika Lukretia Taffet und Hans-Joachim Billib. Zu sehen sind Stillleben und Landschaften. Bilder die zur Ruhe zwingen, die Sinne schärfen. Pastos und kraftvoll, als wollten sie ständig aus sich herauswachsen, lassen Taffets Malereien weit mehr als nur den visuellen Eindruck einer Landschaft anklingen. Der Betrachter riecht den feuchtwarmen Odem verwitternden Herbstlaubes, schmeckt den süßen Duft blühenden Rapses. Mit anderen Worten: Er taucht ganz ein in diese Bilderwelt. Billibs Stillleben wiederum erzählen keine Geschichten, doch finden Geschichten in ihnen statt. Er verrätselt die Welt. Und obgleich, oder vielleicht sogar gerade weil die Bilder so nüchtern, ja fast spröde erscheinen, wirken sie umso tiefgreifender. Ausstellung: Kunsthaus Müllers, An der Marienkirche 4, Rendsburg; Di bis Fr 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Sa u. So 10 bis 15 Uhr.

Seine Bilder sind sparsam und raumgreifend zugleich. Vielfach erinnern sie an reale Begebenheiten, eine Assoziation, die Peter Heber durch die Wahl seiner Titel noch bestärkt. So denkt der Betrachter bei "Lost in space" unweigerlich an einen wolkenlosen Nachthimmel, ist fasziniert vom haltlosen Funkeln der Sterne. Und bei den "Bienen"-Bildern seiner Ausstellung im Niebüller Richard-Haizmann-Museum erfasst ihn doch tatsächlich ein seltsames Kribbeln. Doch im Grunde sind all diese Assoziationen irreführend und Hebers Bilder vor allem intuitiv angelegt. Eine Intuition, die er zum gleichberechtigten Widerpart des Wirklichen erklärt. "Nähe und Ferne, Gesehenes und Gedachtes, innere und äußere Erfahrung bedingen einander und schließen eine verbindliche Antwort aus. Diese gibt es schlichtweg zu erleben", schreibt Museumsleiter Uwe Haupenthal im Vorwort zum Katalog. Gleichwohl wirken Hebers Bilder mitunter ein bisschen spröde, will der intuitive Funke auch bei eingehenderer Betrachtung nicht recht überspringen. Ausstellung: Haizmann-Museum: Peter Heber - Malerei und Grafik, bis 10. Juni, Di bis Fr, 11 bis 16.30 Uhr, Sa, 11 bis 13 Uhr, und So 14 bis 17 Uhr.

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