30.000 Jahre alt : Rätselhafte Ritzungen auf Mammutrippe

Der Archäologe Nicholas Conard hält eine Mammutrippe mit Markierungen in den Händen.
Der Archäologe Nicholas Conard hält eine Mammutrippe mit Markierungen in den Händen.

Handelt es sich vielleicht um einen Kalender? Ritzungen auf einer Mammutrippe beschäftigen Forscher der Uni Tübingen.

shz.de von
26. Juli 2018, 17:00 Uhr

Ritzungen auf einer mehr als 30.000 Jahre alten Rippe eines Mammuts geben Forschern Rätsel auf. Der 44 Zentimeter lange Knochen mit etlichen Markierungen wurde von einem Team um Nicholas Conard von der Uni-Tübingen in der Höhle «Hohle Fels» auf der Schwäbischen Alb entdeckt.

Die Rippe, die am Donnerstag in Blaubeuren gezeigt wurde, weist zwei Reihen von Markierungen auf, eine mit 83 und die andere mit 90 Strichen. An anderer Stelle gibt es 13 Einschnitte. «Wir vermuten stark, dass die Rippe als Informationsträger diente», sagte Conard laut einer Mitteilung. Möglicherweise sei etwas gezählt worden. «Aber es ist unbekannt, ob es hier um Jagdbeute, Menschen, Tage, Mondzyklen oder etwas anderes ging.» Eine Art von Kalender sei zwar naheliegend, aber die Zahlen würden kein klares System ergeben.

Zur Lösung des Rätsels um die Mammutrippe könnten möglicherweise auch Ideen beitragen, die über Facebook gesammelt werden sollen.

Die Höhle «Hohle Fels» war 2017 von der Unesco zusammen mit anderen Fundstätten von Eiszeit-Kunstgegenständen auf der Alb zum Weltkulturerbe erklärt worden. Die Rippe ermögliche neue Interpretationen zur Nutzung solcher Knochen durch die ersten modernen Menschen in der Altsteinzeit, erklärte Conard. Belegt ist bislang die Nutzung von Mammutknochen als Werkzeug - etwa zum Walken von Leder - oder als Brennmaterial.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert