Moskau : "Pussy Riot": Prozess als Theaterstück

Nach der Inhaftierung von drei Frauen der kremlkritischen Punkband, inszeniert morgen der Schweizer Regisseur Milo Rau im Sacharow-Zentrum die "Moskauer Prozesse" gegen Künstler.

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02. März 2013, 08:32 Uhr

Moskau | Ein Jahr nach der Inhaftierung von drei Frauen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot stellt der Schweizer Regisseur Milo Rau in Moskau das Gerichtsverfahren nach. Im Sacharow-Zentrum inszeniert er bis morgen die "Moskauer Prozesse" gegen Künstler, wie Rau sagte. In dem Polit-Theater treten echte Juristen und Künstler auf, darunter Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch. Die dreitägige Performance sei Teil eines Großprojekts, das Rau im Herbst in Weimar begonnen hatte. In dessen Rahmen soll eine Moskauer Geschworenen-Jury morgen entscheiden, ob russische Künstler sich mit Protestaktionen schuldig machen. Zwei Aktivistinnen von Pussy Riot waren zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden, weil sie mit Strickmasken vermummt in einer Kirche laut dafür gebetet hatten, dass Russland von Wladimir Putin erlöst werden möge.

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