Ausstellung : Protest im Profi-Football erreicht New Yorker Kunstszene

«Goal Line Stance 2017» von Melvin Edwards in der Galerie Lelong & Co. in New York.
«Goal Line Stance 2017» von Melvin Edwards in der Galerie Lelong & Co. in New York.

Colin Kaepernicks Kniefall gegen Polizeigewalt und Rassismus hat ein weltweites Echo gefunden. Der stille Protest ist auch ein Thema für die Kunst geworden.

shz.de von
10. Januar 2018, 09:32 Uhr

Der Streit um Protestaktionen von Footballspielern gegen Polizeigewalt und die Diskriminierung von Minderheiten in den USA wird nun auch in der New Yorker Kunstszene ausgetragen.

Die Sammelausstellung «Sidelined» in der Galerie Lelong & Co. zeigt bis zum 17. Februar Werke von acht Künstlern, die Fragen zu Machtmissbrauch sowie Symbolen von Sportmannschaften und Nationen stellen.

Samuel Levi Jones nutzt für sein Werk «No Fucking Liberty» (Keine verdammte Freiheit) etwa Football-Leder, Grasflecken und Erde. Patrick Martinez greift dagegen mit neonfarbenen Leuchtröhren den alten Streit darüber auf, ob einige der Team-Namen und Masskottchen in der Profiliga NFL - etwa «Rothäute» in Washington und «Indianer» in Cleveland - rassistisch sind. Mehrere der teilnehmenden Künstler waren zuvor selbst als Sportler aktiv.

Losgetreten hatte den Streit Colin Kaepernick, früherer Quarterback der San Francisco 49ers, als er 2016 als erster NFL-Profi während des Abspielens der US-Nationalhymne auf die Knie ging. Der Protest weitete sich auf andere Teams aus. Kapernick hatte vergangenen Monat rechtliche Schritte gegen die NFL-Teambesitzer eingeleitet, denen er systematische Ausgrenzung vorwirft.

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