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Comedypreis : Preise für Mario Barth – Häme für Helene Fischer

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„Schlechter als jede Hartgeldnutte“ und „Erotisch wie ein Hefekloß“. Hass-Kommentare und Häme waren Dauerthema beim Comedypreis. Beliebtes Opfer: Helene Fischer.

Köln | Gegen Bartträger, gegen Veganer und gegen Schlagerstar Helene Fischer: Bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises in Köln wird kräftig ausgeteilt. In einer Doppelrolle erscheint am Dienstagabend Multitalent Carolin Kebekus - als Moderatorin und Preisträgerin. Die Frau im Glitzerkleid kann tanzen, singen und ziemlich gemein sein. Vor ihr hatte Kollege Dieter Nuhr jahrelang durch die Gala geführt.

14 Preise sind beim Schaulaufen der Szene zu vergeben für die besten deutschen Comedians und Filme. Die Aufzeichnung ist am Samstag um 22.15 Uhr bei RTL zu sehen. Den Preis als beste Komikerin bekam die 34-jährige Kebekus selbst. Damit setzte sie sich gegen Cindy aus Marzahn und Mirja Boes durch. Immerhin waren hier sogar alle Nominierten anwesend. Denn Mario Barth etwa, der zwei Preise erhielt für die beste Comedyshow („Mario Barth deckt auf!“, RTL) und den erfolgreichsten Live-Auftritt, meldete sich nur aus der Ferne. Der Vielbeschäftigte produziert gerade in Berlin neue Sendungen. Auch Schauspieler Christoph Maria Herbst („Stromberg“, ProSieben), als bester Schauspieler geehrt, grüßte nur via Leinwand aus dem sonnigen Griechenland bissig wie immer „ins verregnete Deutschland“.

Annette Frier („Danni Lowinski“, Sat.1), die als beste Schauspielerin den Preis bekam, bedankte sich erst bei ihrem Regisseur für die Arbeit und dann bei ihrem Mann für „geilen Sex“. Der als bester Komiker ausgezeichnete Kaya Yanar („Geht's noch?! Kayas Woche“, RTL) widmete den Preis seiner Freundin: „Das ist für Dich.“ Und Schauspieler Ingolf Lück, mit dem Ehrenpreis dekoriert, schob auch noch Dank an seine Frau für fantastischen Sex nach. Ein Klassiker siegte in der Kategorie beste versteckte Kamera: „Verstehen Sie Spaß?“ (ARD) mit Moderator Guido Cantz räumte ab. Die ARD-Sendung läuft immerhin schon 34 Jahre.

Als beste Comedyserie ging „Der Lehrer“ (RTL) durchs Ziel. Diesmal schaffte es „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel nicht. Und auch die „heute-show“ von Oliver Welke wurde als beste Comedyshow von „Mario Barth deckt auf!“ geschlagen. Moderatorin Kebekus ätzte wieder gegen Schlagerstar Helene Fischer: „Die ist zu perfekt, an der ist nix kaputt“. In einem hautengen roten Glitzertrikot schwebte Kebekus glamourös auf die Bühne und nahm sich deren Megahit vor: „Atemlos, gute Nacht, seht was Schlager aus Euch macht“. Spott auch für die vielen Bartträger: Sind sie Hipster oder Salafisten: „Will er mich auf dem Teppich begehren oder bekehren?“

Die Comedy-Größen machten eine Bühnennummer daraus, Hasskommentare über ihre Arbeit aus dem Netz vorzulesen. „Schlechter als jede Hartgeldnutte“, prustete Kebekus. Frier referierte über sich: „Erotisch wie ein Hefekloß.“

„Ich habe alle Ihre Filme gesehen, und alle sind scheiße“, las Otto Waalkes mild lächelnd. Das sei „besser als jede Kneipenschlägerei“, meinte Kebekus zum Aufspießen der anonymen Schmähpost.

Bei der Verleihung blieb die Szene unter sich. Frühere Preisträger waren Laudatoren für die neuen Gewinner wie am Dienstagabend Dieter Nuhr oder Atze Schröder. Manchmal vermischten sich die Rollen auch - wie bei Kebekus. Der Comedypreis wird seit 1997 vergeben, und seit 1998 präsentiert RTL die Verleihung. Über die Preisträger entscheidet eine Jury unter Leitung des Comedians Olaf Schubert

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erstellt am 22.Okt.2014 | 11:46 Uhr

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