zur Navigation springen

Krimi-Sonntag : „Polizeiruf 110“: Von Wölfen und Menschen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was ist das nur für ein Planet – Brandenburg? Diese Frage wird sich der Nordländer beim neuen „Polizeiruf“ erneut stellen.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2013 | 19:00 Uhr

Brandenburg, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies sind die Abenteuer des „Polizeiruf“-Teams Olga Lenski und Horst Krause (Maria Simon, Horst Krause), das mit Kleinbus, Krad und Hund unterwegs ist, um fremde Landstriche zu erforschen, rätselhafte Morde und alte Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der alten Bundesrepublik entfernt, dringt das Duo in Lebenswelten vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
So, oder so ähnlich kommt uns immer noch der „Polizeiruf“ aus dem Berliner Umland vor. Und wenn dann zwischen mondähnlichen Tagebaulandschaften, endlosen Weidewiesen, Feldern und Wäldern auch noch ein Rudel Wölfe ins Spiel kommt, dann fragen wir Nordländer uns erneut: Was ist das nur für ein Planet – Brandenburg?
Zumindest einer, auf dem gemordet wird, wie anderswo auch. Nur, dass es die Kommissare dann nicht in Plattenbau-Silos oder Vorstadtvillen zieht, sondern an Spreefließe und Sandwüsten. Wie am Sonntagabend, wenn Lenski und Krause genau dann auf den schrägen Wildhüter Stefan Waldner stoßen (Fabian Hinrichs), als dessen Bauwagen beschossen wird. Doch nicht er wird verletzt, sondern ein Mädchen aus dem nahen Dorf Kaskow, das Waldners Nähe suchte. Der heimlichen Liebe wegen. Und wegen der Wölfe, deren Einwanderung Waldner erforscht.

Doch keiner in Kaskow hat Bock auf Wölfe, die Schafe reißen und Angst verbreiten. Weder der Möchtegern-Dorfschulze André Sabowski (Alexander Beyer), noch die Bauern und Schafzüchter. Ja, nicht einmal Tierarzt Hagen Stamm (Götz Schubert), dessen Tierliebe bei Wölfen offenbar endet. Bald darauf ist Stamm allerdings mausetot. Doch wie sich zeigt, hat das alles kaum mit den Wölfen, sondern mit einer alten DDR-Last zu tun.
Atemberaubende Naturbilder, kauzige Typen und einen kniffligen Mordfall – das ist es, was uns Rainer Butt (Buch) und Ed Herzog (Buch, Regie) zelebrieren. Eine Parabel über Tempo und Temperatur ostdeutscher Lebensart. Und eine weitere kluge Antwort auf die Frage: Wie tickt der Brandenburger? Absolut sehenswert!  
 

„Polizeiruf 110: Wolfsland“, 20.15 Uhr, ARD


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen