„Einer flog über das Kuckucksnest“ : Oscar-Preisträger Milos Forman ist tot

Milos Forman war ein tschechisch-amerikanischer Regisseur.
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Milos Forman war ein tschechisch-amerikanischer Regisseur.

Gleich mit seinem zweiten Hollywood-Film wurde der gebürtige Tscheche Milos Forman weltberühmt.

shz.de von
14. April 2018, 12:28 Uhr

Los Angeles | Der Oscar-Preisträger Milos Forman ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Mit Filmen wie „Einer flog über das Kuckucksnest“, „Hair“ und „Amadeus“ wurde er weltbekannt. Der aus dem heutigen Tschechien stammende Regisseur sei am Freitag überraschend einer kurzen Krankheit erlegen, sagte Formans Ehefrau Martina der tschechischen Nachrichtenagentur CTK am Samstag.

Forman wurde 1932 in Mittelböhmen als jüngster Sohn eines jüdischen Lehrers geboren. Er war acht Jahre alt, als seine Eltern von der Gestapo verhaftet wurden, beide kamen in Konzentrationslagern ums Leben. An der Prager Filmakademie lernte Forman sein Handwerk. Mit Filmsatiren wie „Die Liebe einer Blondine“ (1965) und „Der Feuerwehrball“ (1967) zählte er zu den Vorreitern der experimentierfreudigen Neuen Welle des tschechoslowakischen Films.

Oscar für „Einer flog über das Kuckucksnest“

Nachdem sowjetische Panzer 1968 den Prager Frühling niederschlugen, emigrierte Forman in die USA. Sein erstes Hollywood-Projekt, die Generationen-Satire „Taking Off“ (1971), holte zwar beim Cannes-Festival einen Jury-Preis, fiel aber an den amerikanischen Kinokassen durch. Vier Jahre später triumphierte er auf der Oscar-Bühne: „Einer flog über das Kuckucksnest“ wurde als bester Film und als bestes Drehbuch ausgezeichnet. Jack Nicholson und Louise Fletcher wurden als Darsteller geehrt, Forman wurde zum besten Regisseur gekürt.

1979 brachte Forman seine Verfilmung des erfolgreichen Hippie-Musicals „Hair“ in die Kinos. Mit der Mozart-Biografie „Amadeus“ (1984) besiegelt Forman seinen Erfolg in Hollywood. Der Film, der das Musik-Genie in einem neuen, nicht nur freundlichen Licht zeigt, erhielt acht Oscars, auch für die beste Regie.

Milos Forman erhielt im Jahr 2002 auch einen Silbernen Bären in der Kategorie „Beste Regie“ für seinen Film „Man on the Moon“.
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Milos Forman erhielt im Jahr 2002 auch einen Silbernen Bären in der Kategorie „Beste Regie“ für seinen Film „Man on the Moon“.

 

Forman lebte zuletzt mit seiner dritten Ehefrau, der Schriftstellerin Martina Zborilova, und den 1998 geborenen Zwillingssöhnen im US-Staat Connecticut. Er sei ruhig gestorben und die ganze Zeit von seiner Familie und seinen Nächsten umgeben gewesen, sagte sie telefonisch aus den USA. Der letzte Abschied werde im engen Familienkreis stattfinden.

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis würdigte Forman als „markanteste wie auch erfolgreichste Persönlichkeit“ des Films seines Landes. Die Nachricht vom Tod des 86-Jährigen habe ihn sehr betroffen gemacht, schrieb der liberal-populistische Politiker am Samstag beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Wie wohl jeder“, so Babis, schätze er Filme wie „Amadeus“ und „Der Feuerwehrball“.

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