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NSU-Terror beschäftigt auch die Theater

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erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Berlin | Die Verbrechen der Terrorzelle NSU juristisch aufzuarbeiten, ist von diesem Montag an Aufgabe des Münchner Oberlandesgerichts. Zeitgleich nähern sich viele deutsche Theaterbühnen den Morden des Neonazi-Trios künstlerisch, wie eine Umfrage ergab. In München, Frankfurt und anderen Städten arbeiten Autoren und Regisseure an Stücken über den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU). Andere Theater planen keine extra NSU-Stücke, weil Fremdenhass und rechte Gewalt permanent Themen auf dem Spielplan sind.

In München, dem Hauptschauplatz des NSU-Prozesses, bringt Christine Umpfenbach am Residenztheater in der kommenden Spielzeit das dokumentarische Stück "Urteile!!" auf die Bühne. Dafür recherchiert sie bei Opfern der Anschläge in Bayern.

Für das Badische Staatstheater geht Regisseur Jan-Christoph Gockel der Frage nach, was Menschen in den Rechtsextremismus treibt. Dazu recherchiere er auch in der Abteilung für Terrorismusbekämpfung bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, sagte Intendant Peter Spuhler.

In Frankfurt fragt Autor Lothar Kittstein in "Der weiße Wolf" nach der verdrängten Sehnsucht nach Gewalt in unserer Gesellschaft und danach, "wie dünn die Decke der Zivilisation ist, die diese Sehnsucht im Zaum hält".

Viele Häuser lassen die Spielpläne aber auch wie sie sind - denn Rechtsextremismus spielt schon lange eine Rolle auf den Bühnen.

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