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Filmfestival Cannes 2017 : NSU-Drama „Aus dem Nichts“: Preis für Diane Kruger

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Die schwedische Satire „The Square“ gewinnt die Goldene Palme. Hollywoodstar Diane Kruger ist beste Schauspielerin.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2017 | 08:03 Uhr

Cannes | Zum ersten Mal in der Geschichte geht die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes nach Schweden. Die böse Gesellschaftssatire „The Square“ wurde am Sonntagabend mit der höchsten Auszeichnung geehrt. Regisseur Ruben Östlund erzählt darin von einem Museumskurator, dessen Leben auf den Kopf gestellt wird, als er sein Handy verliert. „The Square“ wird so zu einem Abbild der bürgerlichen Gesellschaft und wirft Fragen zu Moral, Vertrauen und Männlichkeit auf.

Großer Jubel auch für den deutschen Wettbewerbsbeitrag „Aus dem Nichts“: Diane Kruger gewann den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre starke Leistung in Fatih Akins NSU-Drama. Die 40-Jährige spielt darin eine Frau, die bei einem Bombenanschlag durch zwei Neo-Nazis in Hamburg ihren türkischen Ehemann und den kleinen Sohn verliert.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) gratulierte Kruger noch am Sonntagabend, sie gebe ihrer Figur „eine berührende Tiefe“ und den Opfern der NSU-Morde Gesicht und Stimme.

Die in Niedersachsen geborene Kruger nahm den Preis sichtlich gerührt entgegen und dankte Akin für dessen Vertrauen in sie. Der in Hamburg lebende Regisseur hatte 2007 für „Auf der anderen Seite“ den Preis für das beste Drehbuch bekommen.

Mit dem Großen Preis der Jury wurde Robin Campillos Drama „120 battements par minute“ über den Kampf von Aids-Aktivisten gewürdigt. Der Jurypreis ging an den Russen Andrej Swjaginzew für sein Familiendrama „Nelyubov (Loveless)“. Für die beste Regie vergab die Jury den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für das Werk „Die Verführten“. Das Werk mit Nicole Kidman und Kirsten Dunst spielt zur Zeit des US-Bürgerkriegs.

Die Auszeichnung für das beste Drehbuch verlieh die Jury an zwei Filme: Die Griechen Giorgos Lanthimos und Efthimis Filippou gewannen mit dem Psychothriller „The Killing of a Sacred Deer“ - während die Schottin Lynne Ramsay für ihren Thriller „You Were Never Really Here“ ausgezeichnet wurde. Ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix wurde außerdem als bester Schauspieler geehrt.

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