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Bundeswehr-Einsatz in Syrien : „Nie mehr Krieg“ - Neue Debatte um Xavier Naidoo

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Kaum hat sich die ESC-Aufregung um Xavier Naidoo gelegt - da sorgt der Sänger erneut für Diskussionen. Unter anderem wegen der Zeile: „Muslime tragen den neuen Judenstern“.

Mannheim | Xavier Naidoo (44) hat mit einem Anti-Kriegs-Song eine neue Debatte ausgelöst. Veröffentlicht wurde das Lied von Autor Jürgen Todenhöfer am Donnerstag - einen Tag vor der Bundestagsentscheidung für einen Bundeswehr-Einsatz in Syrien. „Nie mehr Krieg“ wurde auf Facebook bis Freitagnachmittag mehr als zwei Millionen Mal angeklickt.

Mit dem Song wird der inzwischen genehmigte Einsatz der Bundeswehr in Syrien kritisiert. Auch die zunehmende Feindseligkeit in der deutschen Gesellschaft gegenüber Muslimen steht in der Kritik – allerdings schafft es Naidoo erneut, mit seiner Wortwahl anzuecken.

In dem Lied mit ruhigen, soften Klängen gibt es einige provokante Zeilen, etwa: „Muslime tragen den neuen Judenstern, alles Terroristen, wir haben sie nicht mehr gern.“ So zu tun, als stünden Muslime in Deutschland und im Westen kurz vor einem Genozid, sei „an Dummheit, Dreistigkeit und Bösartigkeit kaum zu überbieten“, hieß es dazu im Blog Ruhrbarone.de. Auch die Zeilen „Nie mehr Krieg, wenn wir das nicht sagen dürfen, dann läuft doch etwas schief“ stießen auf Kritik. Niemand verbiete es in Deutschland, öffentlich für oder gegen einen Krieg zu sein, hieß es dazu etwa auf der Seite Tonspion.de.

Im Facebook-Eintrag von Todenhöfer heißt es: „Wir leben im Jahr 2015 – doch unseren Politikern fällt nichts anderes ein als Krieg. Dazu haben wir sie nicht gewählt. Noch mehr Krieg in Syrien bedeutet: Noch mehr Leid, noch mehr Hass, noch mehr tote Zivilisten, noch mehr Terroristen und noch mehr Flüchtlinge. Deshalb protestieren wir. 14 Jahre Antiterrorkrieg sind genug. NIE MEHR KRIEG!“

Liebe Freunde, Xavier Naidoo hat mir gestern dieses ergreifende, noch unveröffentlichte Lied geschickt: 'NIE MEHR KRIEG!' Wir posten es heute gemeinsam hier auf Facebook. DENN WIR SIND GEGEN KRIEG! Bitte helft mit, diese Botschaft zu verbreiten.Morgen entscheidet der Bundestag über den Krieg in Syrien. Aber nicht wirklich um den IS zu bekämpfen. Da gibt es klügere Strategien. Sondern aus Bündnisgründen, Hollande zu Liebe. 14 Jahre lang haben wir mit unseren Bomben nicht einmal die Taliban besiegen können. Beim viel gefährlicheren IS wird die planlose Bombardiererei noch weniger erfolgreich sein.  Wir leben im Jahr 2015 – doch unseren Politikern fällt nichts anderes ein als Krieg. Dazu haben wir sie nicht gewählt. Noch mehr Krieg in Syrien beudeutet: Noch mehr Leid, noch mehr Hass, noch mehr tote Zivilisten, noch mehr Terroristen und noch mehr Flüchtlinge. Deshalb protestieren wir. 14 Jahre Antiterrorkrieg sind genug. NIE MEHR KRIEG! Euer JT & Eure Söhne MannheimsFoto: Tyler Hicks

Posted by Jürgen Todenhöfer on Donnerstag, 3. Dezember 2015

Auf Facebook löste der Song eine Welle von Kommentaren aus, viele davon waren positiv. „Also ganz ehrlich: Ich mag den Jammer-Xavier eigentlich nicht. Aber das Lied teile ich“, schrieb ein Nutzer.

Todenhöfer, der ein Sachbuch über den sogenannten Islamischen Staat geschrieben hat, warnte auf Facebook vor einem Militäreinsatz in Syrien. „14 Jahre lang haben wir mit unseren Bomben nicht einmal die Taliban besiegen können. Beim viel gefährlicheren IS wird die planlose Bombardiererei noch weniger erfolgreich sein“, kritisierte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete.

Naidoo wollte am Freitag keine Stellungnahme zu seinem neuen Song abgeben. Auf Facebook teilte er das Video und schrieb dazu: „Helft uns, diese Botschaft zu verbreiten!“ Der Sänger aus Mannheim gilt wegen politischer Äußerungen als umstritten. Der NDR hatte Naidoo im November als einzigen deutschen Kandidaten für den Eurovision Song Contest 2016 in Schweden aufgeboten, seine Nominierung aber nach erheblichen Protesten zurückgezogen.

Der Sänger hatte sich gegen die Kritik gewehrt: „Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander“, wurde er vom NDR zitiert.

 

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erstellt am 04.Dez.2015 | 15:20 Uhr

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