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„Oldschool“ : Neues Nena-Ablum: Rap von der Oma

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

54 Jahre alt, dreifache Großmutter und immer noch ein Pop-Star: Nena vereint auf ihrem neuen Album „Oldschool“ Hip-Hop, Familie und beschäftigt sich mit ihrem Image als Berufsjugendliche.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 16:30 Uhr

Hamburg | Unfassbar, dass Nena mittlerweile dreifache Großmutter ist. Die 54-Jährige wirkt überhaupt nicht so, wie man sich eine typische Oma vorstellt. In ihrem Gesicht findet man höchstens ein paar Lachfältchen, ihre Frisur: ein modischer Stufenhaarschnitt. Ihre schwarzen Sachen sind figurbetont. Und mit Konventionen hat sie nichts am Hut, sie sagt ohne Umschweife, was sie denkt oder fühlt.

Vor allem hat sich die Sängerin während ihrer gut 30-jährigen Karriere ihre Leidenschaft für Musik bewahrt. Ihr neues Album „Oldschool“ ist in Zusammenarbeit Samy Deluxe entstanden. Nachdem die beiden bei „The Voice of Germany“, wo Nena mehrere Staffeln in der Jury saß, gemeinsam auf der Bühne gestanden hatten, rief der Rapper bei seiner Kollegin an. Er wollte ihr ein paar Songideen vorstellen: „Ich wusste in dem Moment, dass das nur etwas Gutes sein kann.“ Also engagierte sie den Hip-Hop-Experten als Produzenten. Hat er sie animiert, bei dem Stück „Oldschool“ zu rappen? „Ja, und ich habe mir das lässig aus dem Ärmel geschüttelt. So ein bisschen 80er-Jahre-Sprechgesang ist kein Ding für mich.“

Egal, ob sie spricht oder singt, ihre Stücke sind oft mit Beats unterlegt, auf die Tanzfläche passen. Für „Peter Pan“ bittet die Mutter von fünf Kindern ihren Sohn Sakias zum Duett. In „Mach doch was ich will“ lässt sie den Chef raushängen. „Lieder von früher“ handelt davon, was passiert, wenn sie ihre alten Platten aus dem Schrank holt. In „Berufsjugendlich“ setzt sich Nena mit ihrem Image auseinander: „Mit diesem Song antworte ich mit einem Augenzwinkern auf das, was manchmal in Bezug aufs Älterwerden über mich gesagt wird.“ Unmissverständlich stellt sie im Text klar: Eine Frau in den Fünfzigern muss nicht zwingend Perlenohrringe tragen oder am Krückstock gehen, sie darf durchaus noch Spaß am Leben haben.

Nena spielt nach ihren eigenen Regeln. Sie steht jeden Morgen zwischen 5 und 7 Uhr auf: „Ich genieße es total, morgens für mich zu sein. Dann kann ich entspannt in den Tag hineingehen.“ Meistens schnappt sie sich erstmal ihre drei Hunde, um mit ihnen einen Spaziergang durch den Hamburger Stadtteil Rahlstedt zu machen, wo sie seit vielen Jahren wohnt. Später schaut oft eins ihrer Kinder vorbei. Die Großfamilie steht sich nicht bloß privat nah, sie arbeitet auch gerne zusammen. Die Zwillinge Larissa und Sakias haben schon seit längerer Zeit einen Job als Background-Sänger in Nenas Band. Neuerdings ist auch der jüngste Sohn Simeon mit von der Partie. Er ersetzt während der Clubtour im März einen der Keyboarder.

 

> Konzert: 24. März, 20 Uhr, Mojo Club, Hamburg. Karten: 0180-657-0070.
 

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