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Belgische Sängerin : Neuer Nachtschatten-Jazz von Melanie de Biasio

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Falls es jemals eine Neuverfilmung von «Fahrstuhl zum Schafott» geben sollte: Der Gesang und die Musik von Melanie de Biasio könnten den Soundtrack zu einem solchen düsteren Thriller liefern.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 15:00 Uhr

Melanie de Biasio ist die Nachtschattensängerin des europäischen Jazz. Nach einem 25-Minuten-Minialbum aus dem Vorjahr, das nur aus dem unter die Haut gehenden Track «Blackened Cities» (passender Titel!) bestand, verwöhnt die 39-jährige Belgierin ihre rasch wachsende Anhängerschar nun mit gleich neun Songs.

Auf «Lilies» (Le Label/Pias) lässt de Biasio neben dunklen Balladen wie dem Titelsong verstärkt Soul («Afro Blue») und den einen oder anderen Groove («Gold Junkies») einfließen. In «Sitting In The Stairwell» verlässt sie sich gar völlig auf ihre intensive Stimme und etwas Fingerschnippen.

Überhaupt sind diese neuen Lieder meist reduziert bis aufs Skelett - was de Biasios überragende Vokalperformance noch stärker hervorhebt. «In der Stille, zwischen zwei Noten, ist alles möglich», sagte sie kürzlich im Deutschlandfunk Kultur über ihre minimalistische Klangästhetik.

Zwei Musterbeispiele für diesen ungewöhnlichen Sound: «Your Freedom Is The End Of Me» und «All My Worlds» - grandiose Dark-Jazz-Trips mit gruselig tröpfelndem Piano. Leider verschenkt Melanie de Biasio mit dem eher langweiligen «And My Heart Goes On» die Chance, einen ähnlich überzeugenden Schlusspunkt zu setzen.

Seit ihrem Durchbruch mit «No Deal» (2013) wird die Belgierin gern mit Billie Holiday oder Nina Simone verglichen - sehr ehrenvolle Referenzen. Gerade letztere hat Melanie de Basio inspiriert: «Ihr Atem, ihr Timing, ihr Charakter. Ich freue mich über den Vergleich mit Nina Simone.»

11.11. München - St. Matthäus Kirche, 13.11. Berlin - Columbia Theater, 14.11. Köln - Stadtgarten, 17.11. Hamburg - Überjazz Festival

Website Melanie de Biasio

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