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Neu im Kino: “Vijay und ich“ : Neuanfang als charmanter Inder

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein unfreiwillig komischer Held: Der Schauspieler Will (Moritz Bleibtreu) fristet ein unglückliches Dasein. Bis ihm durch einen Irrtum ein neues Leben geschenkt wird.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 09:00 Uhr

Schon der Titel klingt so altmodisch, dass er zu einer amerikanischen Komödie der 50er oder 60er Jahre gehören könnte. Zudem scheint „Vijay und ich – Meine Frau geht fremd mit mir“ den kompletten Plot zu erzählen. Doch natürlich geht es in Sam Garbarskis Verwechslungskomödie um weit mehr als ums Fremdgehen.

Klassiker-Vorlagen wie „Manche mögen’s heiß“ (1959) von Billy Wilder bleibt er trotzdem treu. So behutsam und gemütlich entwickelt er seine Charaktere und Geschichte, dass einem unverzüglich Vokabeln wie hinreißend-komisch und entzückend in den Sinn kommen.

Ausgerechnet an seinem 40. Geburtstag scheinen die pubertierende Tochter Lily (Catherine Missal) und Ehefrau Julia (herrlich spröde: Patricia Arquette) den Schauspieler Will (Moritz Bleibtreu) zu ignorieren. Im Studio – Will ist das in ein monströses grünes Kostüm gesteckte Pech-Kaninchen einer erfolgreichen Kinderserie – schmeißt er plötzlich alles hin. Und wenig später fällt er an einer Tankstelle auf den dämlichen Trick eines Autodiebes herein. Da steckt er immer noch in dem Kaninchen-Kostüm – und entzückt damit die Kinder um ihn herum. Ein unfreiwillig komischer und tragischer Held.

Trost und Zuflucht findet Will an dem Abend bei seinem Freund, dem indischen Restaurant-Besitzer Rad (Danny Pudi). Der verwandelt seine lateinamerikanischen Kellner gerne mit viel Schminke, Kontaktlinsen, künstlichen Bärten und Turbanen in waschechte Inder. Am nächsten Tag erfährt Will aus dem Radio, dass sein Auto in einen Unfall verwickelt war und er für tot gehalten wird. Er wittert seine Chance, noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Will lässt sich von Rad zum Inder verwandeln und läuft künftig als indischer Geschäftsmann durchs Leben.

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