Was ist noch privat? : Musiktheater-Biennale beginnt in München

Probe zu Marek Poliks futuristischem Stück «Interdictor», das in der Villa Stuck gezeigt wird. /Münchener Biennale
Probe zu Marek Poliks futuristischem Stück «Interdictor», das in der Villa Stuck gezeigt wird. /Münchener Biennale

15 Uraufführungen und 12 Spielorte - am Samstag beginnt die Musiktheater-Biennale in München. Junge Künstler widmen ihre Stücke in diesem Jahr dem Thema «Privatsache».

shz.de von
31. Mai 2018, 09:02 Uhr

München (dpa) - Wie verändert sich im digitalen Zeitalter die Bedeutung des Begriffs «Privatsache»? Mit 15 Uraufführungen widmet sich die 16. «Münchener Biennale» ab Samstag (2. Juni) dieser Frage.

Politische, fiktive und private Geschichten der Künstler werden als Musiktheater erzählt. Zehn Tage lang geht das Festival, das Kunstformen wie Oper, Operette und Musical zusammenbringt.

«In einem Miteinander von Neugier und Gedankenlosigkeit veröffentlicht der digital angeschlossene Gegenwartsmensch so gut wie alles, was noch vor wenigen Jahren als Privatsache im Bankschließfach deponiert worden wäre», so die These der künstlerischen Leiter Daniel Ott und Manos Tsangaris. An zwölf Spielorten können Zuschauer Aufführungen erleben. Darunter sind Privatwohnungen, ein zehn Quadratmeter großes Häuschen im Zentrum der Landeshauptstadt und ein Boot auf dem Starnberger See.

Begleitet wird das Programm von Diskussionen und Vorträgen. Daran nehmen etwa Stephan Pauly, Intendant der Alten Oper in Frankfurt, der US-amerikanische Architekt Daniel Libeskind und der Autor Navid Kermani teil.

2016 übernahmen Ott und Tsangaris die Biennale. Damals ein erklärtes Ziel: jungen Künstlern eine Bühne zu geben, auf der sie sich ausprobieren können. Gegründet wurde die Biennale vor 30 Jahren von dem Komponisten und Dirigenten Hans Werner Henze. Sie etablierte sich über die Jahre als eines der weltweit wichtigsten Festivals für neues Musiktheater.

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