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Spatenstich am Nordkolleg : Musik aus dem Untergrund

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hoher Besuch und drei Spaten: Am Gerhardshain entsteht ein moderner Probenraum unter der Erde. Gestern überbrachte Ministerin Spoorendonk den Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro.

Es ist ein unterirdisches Projekt, in das hohe Erwartungen gesetzt werden: Am Nordkolleg gehen die Musiker im nächsten Jahr zum Üben in den Keller. Gestern überbrachte Kulturministerin Anke Spoorendonk den Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro für einen 360 Quadratmeter großen Probenraum, der größtenteils unter der Erde liegt. „Damit machen wir das Nordkolleg fit für die Zukunft“, begründete die Ministerin die Unterstützung für die Weiterbildungseinrichtung.

Die Idee für einen oberirdischen Raum gab es seit 2011, als Platz war ursprünglich der Garten hinter dem Gebäude im Gespräch. Den wollte Akademieleiter Guido Froese nicht opfern, denn das grüne Zimmer werde von Seminarteilnehmern genutzt und von Rendsburger Bürgern geschätzt. Ein flotter Spruch von Architekt Andreas Denker gab dann den Startschuss für einen ungewöhnlichen Plan: „Dann machen wir es eben unterirdisch“ . Raum dafür gibt es vor dem Eingangsbereich. „Andreas Denker hat dafür gesorgt, dass kein Kellergefühl entsteht“, betont Guido Froese. Schräge Glasbänder verlaufen oberirdisch entlang des Weges von der Straße zum Gebäudehaupteingang.

Unter der Erde liegen ein 160 Quadratmeter großer Schulungsraum, zwei kleinere Zimmer, ein Tonstudio und Lagerräume. Garderobe, Sanitärräume und ein separater Eingang machen die Anlage zu einem eigenständigen Komplex. Der Vorteil: Wenn hier geprobt wird, können in anderen Gebäudeteilen sprachliche Seminare ohne Beeinträchtigung ablaufen. „Der Schallschutz ist ein willkommener zusätzlicher Effekt“, sagt Froese. Hauptaspekt ist aber die Möglichkeit, noch mehr Musikern moderne Probenmöglichkeiten zu bieten.

Ein solcher Probenraum hat europaweit Seltenheitswert. Darin waren sich die Vertreter aus Ministerium und Musikszene einig. „Das Nordkolleg nimmt seit langem Aufgaben einer Landesmusikakademie wahr“, erklärt Ministerin Spoorendonk. Diese Ausrichtung will die Landesregierung mit der neuen Anlage verstärken. Und sie hat noch mehr im Sinn. Mit Blick auf das Kunstwerk Carlshütte erklärte sie: „Wir wollen Rendsburg und Büdelsdorf zu einem Cluster für kulturelle Weiterbildung und für die Musikszene weiterentwickeln.“

Rund zwei Millionen Euro sind für die Finanzierung des Übungsraumes veranschlagt. 1,5 Millionen stammen aus dem Kulturministerium sowie aus Programm-Mitteln des Wirtschaftsministers. 500 000 Euro muss das Nordkolleg selbst beisteuern, werden über Kredite finanziert. Zwar wurde erst gestern der Förderbescheid übergeben, aber verplant ist das Geld längst: Die Ausschreibungen sind abgeschlossen, die Betriebe beauftragt. Übernächste Woche beginnen die Bauarbeiten. „Dann entsteht hier erst mal ein großes Loch“, so Froese.

Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder finanzielle Engpässe für die Nordkolleg GmbH. Aber Guido Froese ist sich sicher: „Der neue Probenraum trägt zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung bei“. Diese Ansicht teilen die 24 Anteilseigner. So waren unter anderem Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals, Klaus-Volker Mader, Präsident des Landesmusikrates und Richard Ferret, Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen beim ersten Spatenstich dabei. Marion Herdan, Vorsitzende des Nordkolleg-Aufsichtrates, lobte die Pläne als einen „mutigen, fantastischen Entwurf“. Der Probenraum werde ein Alleinstellungsmerkmal. Mit der Fertigstellung wird zum Herbst kommenden Jahres gerechnet. Aber die ersten Buchungen liegen jetzt schon vor.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 18:49 Uhr

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