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Morgen im „Tatort“: Letzte Rettung – Mord

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

<p>Anna-Kathrin Gellner</p> von
erstellt am 28.Mär.2016 | 09:25 Uhr


„Event-Tatort“ nennt sich das


, was der SWR zwischen das bald abgehalfterte Bodensee-Duo (Eva Mattes/Sebastian Bezzel) und das 2017 folgende Schwarzwald-Trio (Hans-Jochen Wagner, Eva Löbau, Harald Schmidt) schiebt. Und so darf morgen keine Geringere als Heike Makatsch vom großen Krimi-Kuchen naschen und uns einen aufregenden Abend bescheren.

Aber um Missverständnissen vorzubeugen, was die Ernsthaftigkeit des Auftritts betrifft: Ihre Kommissarin Ellen Berlinger sieht nicht eben ladylike aus, gibt sich wortkarg, abweisend und rennt mit Schlabberpullis über einem rätselhaften Babybauch rum. Nur ihre Augen, diese riesigen, magischen Scheinwerfer, leuchten wie immer. Und diesmal tief hinab in die Abgründe des Elends.

Denn in „Green-City“ Freiburg ist nicht alles öko und heil, was an den Fassaden glänzt. Mit der Sanierung der Innenstadt geht eine schleichende Gentrifizierung einher, bei der viele Mieter auf der Strecke bleiben. Vor allem jene, die häufig das Job-Center besuchen müssen. Genau hier wird ein Mitarbeiter tot aufgefunden, erdrosselt mit einem Kabelbinder.

Zwar sieht alles nach Selbstmord aus, doch Kommissarin Berlinger hat eine andere Vermutung. Und stößt damit nicht nur bei ihren neuen Kollegen auf Unverständnis (Max Thommes, Holger Kunkel, Christian Kuchenbuch), sondern auch bei den Betroffenen – den Arbeitslosen (unter anderem André Benndorff, Julika Jenkins) und ihren Kindern (unter anderem Rosemarie Röse, Jochanah Mahnke). Eine schwierige und schmerzhafte Suche nach der Wahrheit beginnt.

Da gibt es nicht viel drumrumzureden. Dieser „Tatort“ von Thomas Wendrich (Buch) und Jung-Regisseurin Katrin Gebbe ist in der Tat ein „Event“. Lässt er uns doch den Zerfall und den Verfall eines Kiezes verdammt bitter schmecken. Mit intensiven Bildern, dunklen Biografien und jeder Menge Laiendarsteller. Und mit einer Heike Makatsch, die einmal mehr Angst und Hässlichkeit, Mut und Anmut in einem Körper, einem Gesicht zu vereinen weiß. Klasse!


„Tatort – Fünf Minuten Himmel“, Ostermontag, 20.15 Uhr, ARD.

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