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Kultur

21. August 2017 | 10:42 Uhr

Mit Chopin in die Charts

vom

Der kanadische Pianist Jan Lisiecki erhält morgen in Lübeck den Leonard Bernstein Award

Lübeck | Siebenmal Kanada, zweimal Deutschland, einmal Polen: Allein im August 2013 stehen zehn Konzerte auf seinem Programm. Was soll aus Jan Lisiecki bloß noch werden, wenn sich zu seinem außergewöhnlichen Talent die Reife aus gelebten Jahren gesellt? Gerade 18 Jahre alt ist der kanadische Pianist und schon weltweit hoch gelobt. Im Rahmen des Preisträgerkonzerts erhält Lisiecki morgen den diesjährigen Leonard Bernstein Award.

Blonde Haare, helle Augen, Schalck im Nacken. Welches Bild sonst auch immer stereotype Vorstellungen von einem jungen Genie vorgaukeln mögen, an Jan Lisiecki zerschellen sie. Irgendwie unheimlich ist das, denn so viel wissen auch Musik-Normalverbraucher: Wer an die Spitze will, braucht neben Talent Ausdauer und vor allem Fleiß. Kunst ist eine ernsthafte Sache und bedeutet lebenslängliches Lernen und Üben. Dass Ernsthaftigkeit helle Freude indessen nicht stört - Jan Lisiecki steht das ins Gesicht geschrieben.

Als Sohn polnischer Eltern kam er 1995 in Calgary zur Welt, Klavier studiert er seit seinem fünften Lebensjahr. Mit neun Jahren trat er mit Orchester auf, seitdem hat er in der Carnegie Hall, dem Philharmonischen Konzertsaal in Warschau, der Kaufman Hall und den Salle Cortot gespielt, und er hatte Partner wie Yo-Yo Ma, Pinchas Zukerman, James Ehnes, Emanuel Ax. Natürlich gab es auch den Schüler Jan Lisiecki; der einst vier Klassen übersprang und als Stipendiat der Glenn Gould School of Music in Toronto das Studium begann. Knapp zwei Jahre ist das her. Kritiker überschlugen sich ohnehin schon vorher über den Jungen, der so übermütig ans Piano schlakst und dort so weise spielt. Chopins Klavierkonzerte 1 & 2 und Mozarts Klavierkonzerte 20 & 21 und Chopins 24 Etuden stehen bisher in seiner Diskographie. Letztere, technisch zum wahnsinnig werden schwierig, haben bei Kritikern eine Art fassungsloses Staunen ausgelöst. Kurzzeitig hatten sie sich sogar bis in die Popcharts vorgearbeitet. Den Künstler wundert das nicht. Diese Musik habe so viel zu erzählen, sagte er unlängst, und es sei wunderbar, sie zu spielen. Und was in manchem Kollegenohr jugendlich-überheblich klingen mag, ist aber pure Freude an Musik. In diese Freude schließt Lisiecki übrigens auch leichteres mit ein. Pink Floyd und Jazz höre er gerne, verrät er, und lässt sich wie ein ganz normaler junger Mensch auch von aktueller Popmusik berieseln.

In Lübeck ist er mit dem Schleswig Holstein Festival Orchester unter Leitung von Lawrence Foster unter anderem mit Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 zu hören. Ein berauschendes Klangerlebnis ist so gut wie sicher. > Jan Lisiecki spielt morgen um 20 Uhr in der Lübecker MuK und am Sonnabend um 20 Uhr in der Elmshorner Reithalle. Für beide Konzerte gibt es Karten unter 0431-23 70 70.> Jan Lisiecki spielt morgen um 20 Uhr in der Lübecker MuK und am Sonnabend um 20 Uhr in der Elmshorner Reithalle. Für beide Konzerte gibt es Karten unter 0431-23 70 70.> Jan Lisiecki spielt morgen um 20 Uhr in der Lübecker MuK und am Sonnabend um 20 Uhr in der Elmshorner Reithalle. Für beide Konzerte gibt es Karten unter 0431-23 70 70.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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