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Meisterwerk eines Jazz-Bassisten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der aus Flensburg stammende Musiker Martin Wind ehrt die Legende Bill Evans – und veröffentlicht ein Album bei der Edition Longplay

Jazz-Melodien und Harmonien aus der Gefühlswelt des US-Meisterpianisten Bill Evans (1929-1980) sind unverwüstlich. Sie gehen zu Herzen. Unter die Haut. Und fesseln ein Leben lang. Der Magie ist auch Kontrabassist Martin Wind erlegen. Der gebürtige Flensburger und seit 1996 Wahl-New-Yorker hat sich jetzt einen Traum erfüllt: Mit der bei der Edition Longplay (EL) erschienenen LP „Turn Out The Stars“ ehrt der 45-Jährige den „Chopin des Jazz“.


Produzent schwärmt


„Durch die Live-Aufnahme mit Orchester im Teatro Rossini im italienischen Pesano vom Mai 2011 ist Martin ein Meisterwerk gelungen. Es katapultiert ihn auf ein neues Level künstlerischer Qualität“, schwärmt EL-Produzent Rainer Haarmann.

Außer dem Titelstück interpretiert Wind gemeinsam mit dem New-York-Quartett um Bill Cuncliff (Piano), Scott Robinson (Saxofon) sowie Joe LaBarbera (65), Evans letzter Schlagzeuger von 1978 bis 1980, den Evans/Miles-Davis-Klassiker „Blue in Green“, das anrührende „My Foolish Heart“ von Victor Young sowie den Standard „The Days Of Wine And Roses“ aus der Feder von Henry Mancini.


Musikalisches Denkmal


Nicht genug: Durch sein tiefes Verständnis, Melodien wie „Memory of Scotty“, Don Friedmans Nachruf auf Scott LaFaro, den legendären Bassisten des klassischen Evans-Trios, und Phil Woods’ „Goodbye Mr. Evans“ jeweils ein Denkmal zu setzen, lässt Martin Wind alle Zweifler verstummen.

Der coole Jazzer, der als „Mr. JazzBaltica“ Flexibilität und Produktivität durch legendäre Begegnungen mit den Größen des Genres unter Beweis gestellt hat, spielt mit einer Ausdrucksskala auf höchstem Niveau. „Er ist ein Aushängeschild für das Bundesland Schleswig-Holstein“, schwärmen mehr und mehr Musikkenner.

Martin Winds großer Wurf – in einer limitierten Auflage von 500 Stück – dürfte rasch zum begehrten Liebhaber-Stück avancieren. Dazu trägt zum einen das Platten-Cover des bekannten Malers Max Neumann (Jahrgang 1949) bei. Der Preisträger der Dietrich Schulz-Stiftung (Schloss Gottorf) lässt das Auge durch eine geheimnisvolle Fantasiewelt wandern. Zum anderen sind es die einfühlsamen und informativen Cover-Zeilen des US-Pianisten und Leiters der Bigband des Hessischen Rundfunks, Jim McNeely (64), den Wind aus der Arbeit beim Vanguard Jazz Orchestra kennt.

Ein weiteres Prädikat ist die dazu abgedruckte Hommage des niederländischen Schriftstellers Cees Nooteboom (80) – ein Adelstitel für das EL-Label.


> „Turn Out The Stars“ – Martin Wind Quartet feat. Joe La Barbera, Orchestra Filarmonica Marchigiana; Max Neumann (Cover Art); 28 Euro plus Versandgebühr; www.editionlongplay.com

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erstellt am 02.Jan.2014 | 18:43 Uhr

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