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Meese-Freispruch: Hitlergruß als Kunst

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Kassel | Freispruch für Jonathan Meese (Foto): Im Prozess um den verbotenen Hitlergruß hat das Amtsgericht Kassel gestern zugunsten der Kunstfreiheit entschieden. "Es ist klar, dass der Angeklagte sich nicht mit nationalsozialistischen Symbolen oder Hitler identifiziert, sondern das Ganze eher verspottet", sagte die Vorsitzende Richterin. Meese war das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen worden. Er hatte in einem "Spiegel"-Gespräch zum Thema "Größenwahn in der Kunst" im Juni 2012 in Kassel die "Diktatur der Kunst" gefordert und den Arm zweimal zu dem verbotenen Gruß gehoben. Es sei bei der Performance um eine Kunstdiskussion gegangen, urteilte die Richterin. Zudem sei die Atmosphäre im Zusammenhang mit der damals bevorstehenden Weltkunstausstellung Documenta "aufgeladen mit Kunst" gewesen. Meese zeigte sich nach dem Freispruch erleichtert. In seinem Schlusswort hatte er sich von jeder Ideologie distanziert. "Ich kann einen Apfel malen, ohne je einen Apfel gegessen zu haben. Ich kann den Hitlergruß machen, ohne etwas damit zu tun zu haben. Das geht", betonte er.

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