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Confess aus Teheran : Medienberichte: Iranische Musiker im Gefängnis - wegen Metal

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Medien berichten über die Verhaftung zweier Musiker der Band Confess. Sie könnten jetzt wegen Blasphemie angeklagt werden. Darauf stehen im Iran heftige Strafen.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 18:27 Uhr

Teheran | Für ihre Musik mussten sie ins Gefängnis - und könnten bald vor Gericht eine harte Strafe erhalten. Einem Bericht von Metalnation-News zufolge sind im Iran zwei Mitglieder der Metal-Band Confess verhaftet worden. Der kanadische Blog hatte diese Information durch den Brief eines Freundes der Musiker erhalten. Der 23-Jährige Nikan „Siyanor“ Khosravi und der 21-Jährige Arash „Chemical“ Ilkhani wurden demnach im November festgenommen und saßen monatelang im Gefängnis. Offenbar sogar in Einzelhaft. Vergangene Woche seien sie gegen eine Kaution von umgerechnet fast 30.000 Euro aus der Haft entlassen worden.

Die schlechten Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran sind gerade dabei aufzutauen. Doch der wirtschaftlichen Annäherung stehen schwere Menschenrechtsverletzungen des streng islamischen Landes entgegen. Die Unterdrückung der Meinungsfreiheit zählt dazu. Freie Kunst findet dort wegen der strengen Gesetze häufig im Untergrund statt -  dies gilt besonders für antireligiöse und regimekritische Inhalte. 

Jetzt könnten die jungen Männer vor Gericht angeklagt werden: Die Vorwürfe - so harmlos sie in der westlichen Welt klingen mögen - werden im Iran mit Haft bestraft. Im schlimmsten Fall droht sogar die Todesstrafe. In ihren Songtexten und mit der Musik würden die Musiker Blasphemie verbereiten und gegen die Regierung beziehungsweise das System aufbegehren. Die Texte seien anti-religiös und satanisch. Einer der strittigen Songs der Band ist „I'm your God now“ wurde allerdings schon 2014 veröffentlicht.

Ein weiterer Vorwurf: Die Musiker betreiben eine illegale Band unter einem illegalen Label. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, im Iran verbotenen, ausländischen Radiosendern Interviews gegeben zu haben. Die Band hatte im Oktober ihr Album „In Pursuit of Dreams“ veröffentlicht.

Der Freund der Band schreibt in seinem Brief außerdem, dass Email-Konto und Facebookseite der Band nunmehr durch die Regierung kontrolliert würden. Der letzte Eintrag auf der Facebookseite stammt von Anfang November, wenige Tage vor der Verhaftung.

Der wichtigste im iranischen Strafrecht enthaltene Abschnitt zur Blasphemie ist Artikel 513. Die „Verunglimpfung des Propheten“ im weitesten Sinne wird mit dem Tod bestraft. Auch andere „Delikte“ im Zusammenhang mit Blasphemie können im Iran mit dem Tod bestraft werden, zum Beispiel Gottlosigkeit, die Verunglimpfung Gottes und der Abfall vom Islam.

Metalfans aus aller Welt fordern in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #freeconfess, sich für eine Straffreiheit - und vor allem gegen eine Todesstrafe für Khosravi und Ilkhani einzusetzen.

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