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Retro-Trip : Mando Diao: Zurück zu den Wurzeln

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Mit ihrer neuen Platte schicken Mando Diao ihre Fans auf eine Reise in die Vergangenheit: Die Songs klingen so rockig wie «Dance With Somebody» oder «Long Before Rock'n'Roll». Auch wenn die Schweden selbst davon nichts wissen wollen.

Mando Diao haben viele Experimente hinter sich. Vom Vertonen schwedischer Gedichte bis zu klirrendem Synthie-Pop auf ihrem letzten Album hat sich die Band in den vergangenen Jahren viel getraut.

Manchmal etwas zuviel für den Geschmack ihrer Fans. Die dürften beim Hören der neuen Platte erleichtert aufatmen. Mit «Good Times» kehren die Schweden zu ihrem ursprünglichen Sound zurück - tanzbarem Gute-Laune-Rock und ruhigeren Gitarrenstücken.

Während die rauchige Stimme von Frontmann Björn Dixgård bei all den Keyboard-Klängen und Disco-Sounds auf dem Vorgänger «Aelita» fast unterging, ist sie auf dem neuen Album wieder angenehm präsent. Nach dem Ausscheiden des Sängers und Gitarristen Gustaf Norén 2015 ist Dixgård der Kopf der Band aus dem kleinen Ort Borlänge.

Einen Tag lang habe er sich nach Noréns Ankündigung mit dem Rest von Mando Diao zusammengesetzt und überlegt, wie es weitergehen soll, erzählt Dixgård der Deutschen Presse-Agentur. «Am Ende des Tages war es eine ziemlich einfache Entscheidung. Wir lieben einander und wir lieben die Musik.» Also ging es weiter.

Für Norén kam Jens Siverstedt, einer, der in Schweden vor allem aus der Hip-Hop-Szene bekannt ist. «Es war immer mein Traum, in einer Band zu sein», sagt der Gitarrist im dpa-Interview. Und über das erste Treffen mit Dixgård: «Ich habe mich gefühlt, als würde ich meinen neuen besten Freund treffen.» So schmusig soll es bei Mando Diao nicht immer zugegangen sein, als Norén noch in der Band war. Zu ihm, sagt Dixgård, sei der Kontakt ein bisschen verloren gegangen. «Aber das ist auch, weil wir immer so superviel zu tun haben.»

Dass sich die Schweden nach Noréns Ausstieg wieder auf ihre Wurzeln besinnen, bestreiten sie aber. «Ich denke nicht, dass wir das so sehen», sagt Siverstedt. «Aber wir nehmen es als Kompliment. (...) Ob die Leute finden, dass es ein alter oder neuer Mando-Sound ist, ist nicht wirklich wichtig für uns, weil wir ihn frisch finden.»

Stören wird es die meisten Fans auf keinen Fall, dass «All The Things» etwa an «Long Before Rock'n'Roll» erinnert, oder «Watch Me Now» an «Gloria». Mando Diao haben das Rocken nicht verlernt - auch wenn sie inzwischen ein bisschen älter geworden sind. Schließlich stehen die Schweden schon seit 18 Jahren auf der Bühne. «Manchmal fühle ich mich dadurch auch alt», sagt Björn Dixgård. Während dort früher BHs kreischender Mädchen landeten, bekämen die Musiker heute vor allem Schokolade geschenkt, meint er.

Als erste Single des Albums wurde «Shake» ausgekoppelt, ein Discohit, der mit Dixgårds kraftvoller Stimme arbeitet. Auch «Good Times» taugt zur Tanznummer, während Mando Diao es mit Liedern wie «Break Us» oder «Money» zwischendurch auch langsamer angehen lassen. «Der Song handelt von der Besessenheit der Menschen von Geld. Manche kriegen einfach nicht genug davon», sagt der Sänger. «Dabei ist es gar nicht so wichtig.» Geldprobleme dürften die Schweden, die ihren Durchbruch 2009 mit «Dance With Somebody» feierten, nicht haben.

«Wir wollen, dass die Leute tanzen und durchdrehen», hofft Dixgård acht Jahre später immer noch. Für Mando Diao ist eine gute Party nur eine, auf der getanzt wird. «Es ist schwierig, nur dazustehen und mit Leuten zu reden, wenn du rausgehst. Wir tanzen lieber.» Gelegenheit dazu haben die Schweden bei zahlreichen Gigs im Sommer. In Deutschland sind Mando Diao etwa Ende Juni auf dem Hurricane und dem Southside Festival zu sehen.

Website Mando Diao

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erstellt am 14.Mai.2017 | 15:17 Uhr

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