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Malen für den Seelenfrieden

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Die Künstlerin Amanda Lear gibt in der Hamburger Galerie Claudius Einblicke in ihr malerisches Schaffen

Hamburg | Für die Sängerin und Schauspielerin Amanda Lear ist die Malerei gut für ihren Seelenfrieden. "Das Malen ersetzt einen Psychologen und hilft einen Ausgleich zu schaffen", sagte sie am Mittwochabend bei der Vernissage ihrer Ausstellung "Evolution" in der Hamburger Galerie Claudius. In der Hansestadt werden bis zum 7. November 37 Werke der Künstlerin aus den vergangenen 30 Jahren gezeigt. 17 Jahre lang war Amanda Lear die Muse des spanischen Surrealisten Salvador Dali, als Malerin wolle sie aber "ihren eigenen Weg gehen", betonte sie. Mit den jetzt präsentierten Gemälden widerlegte sie ihren einstigen Mentor. Dali habe immer gesagt, Frauen seien nicht fürs Malen geschaffen, berichtete die vermutliche 66-Jährige, über deren Alter und Geschlecht unterschiedliche Angaben kursieren.

Bereits zum zweiten Mal präsentiert die Galerie Claudius Einblicke in das malerische Werk der Künstlerin, die in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre als Disco-Queen weltbekannt wurde, mit Hits wie "Queen of Chinatown" oder "Follow Me". In verschiedenen Interviews hat die Frau mit der tiefen Stimme allerdings immer wieder bedauert, dass die Malerei als ihre wichtigste Ausdrucksform von ihrem Image als "Disco-Queen" überdeckt werde. Denn ihr künstlerischer Werdegang ist durchaus fundiert: Nach Studien an der Academie des Beaux Arts in Paris und der St. Martins School of Art in London machte Amanda Lear 1965 die Bekanntschaft Salvador Dalis und zog zu ihm und Gala nach Cadaques, wo sie in den kommenden 17 Jahren geduldig von ihrem Mentor lernte. In den Süden Frankreichs umgezogen, distanzierte sie sich von diesen Arbeiten und bezog sich auf frühere Vorbilder wie die Künstler um Bonnard und die Fauvisten. Vor Farbe strotzende Landschaften zeigen Einflüsse von Henri Matisse, manche der sie bevölkernden Figuren erinnern an Paul Gauguin, andere eher an Wesen von Pablo Picassos Arbeiten aus den 1920er Jahren.

In späteren Werken nehmen mythologische Themen einen großen Raum ein, muskulöse Engel finden sich ebenso wie träumerische Frauenkörper. "Inspiriert von ihrem eigenen Lebensweg lädt Amanda Lear die Betrachter ihrer neo-expressionistisch anmutenden Werke zur eigenen Interpretation ein", heißt es in einer Mitteilung der Galerie Claudius.

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erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

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