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Mäzen Otto will die Kunsthalle mit 15 Millionen Euro aufpolieren

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Die Kassen der Stadt sind leer. Jetzt springt ein Unternehmer ein, um die darbende Kunsthalle auf internationales Niveau zu heben. ECE-Geschäftsführer Alexander Otto, jüngster Sohn des Versandhausgründers Werner Otto, wird das Haus mit einer Sachspende von 15 Millionen Euro aufwändig "modernisieren und baulich optimieren". "Ein historischer Augenblick", strahlte Kunsthallendirektor Hubertus Gaßner gestern bei der Verkündung der Pläne. Dank der Geldspritze soll die Hamburger Einrichtung unter die Top fünf der Kunstmuseen in Deutschland aufrücken, so Gaßner.

Die großzügige Gabe erfolgt in Form von Planungs- und Bauleistungen der ECE, der größte Betreiber und Entwickler von Einkaufszentren in Europa übernimmt auch die Bauleitung. Die Kunsthalle verfüge über "tolle Kunstwerke", erklärte der Mäzen. Allerdings lasse deren Präsentation "etwas zu wünschen übrig". Deshalb ist ein Bündel an Umbauten und Ergänzungen vorgesehen. Ziel sei es, die drei zwischen Hauptbahnhof und Alster gelegenen Komplexe (Altbau, Neubau, Galerie der Gegenwart) "zu einem großen Ganzen zusammenzufügen".

Geplant ist, den historischen Haupteingang zu einem zentralen und attraktiven Eingangsbereich zu machen. Damit verbunden ist die Wiederbelebung des Foyers im Gründungsbau. Kunsthallen-Geschäftsführer Stefan Brandt: "Wir wollen Barrieren abbauen, wo immer es geht." Die Sammlungsräume der Alten Meister und des 19. Jahrhunderts werden modernisiert. Dazu sind ein zentraler Saal für Vorträge und Eröffnungen sowie Räumlichkeiten für Wissenschaftler vorgesehen. Auch das "Café Liebermann" soll wieder eröffnet werden.

Die Stadt steuert vier Millionen Euro bei, um das marode Depot auf Vordermann zu bringen. Dort lagern Kunstwerke im Wert von über einer Milliarde Euro unter unwürdigen Bedingungen. Kultursenatorin Barbara Kisseler: "Eine angemessene Sicherung der Werke ist wichtig, denn es geht um nichts weniger als das historische Erbe der Stadt." Bis Ende des Jahres laufen noch die Detailplanungen. Der Umbaubeginn ist für Herbst 2014 angekündigt, die Fertigstellung für Ende 2015. Während der Bauzeit bleibt das Museum geöffnet.

Die Hamburger Kunsthalle, deren Altbau ab 1863 errichtet wurde, zeigt als eines von ganz wenigen Museen hierzulande Sammlungen in der Bandbreite vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Im vorigen Jahr zählte das Haus 380 000 Besucher. Besonders populäre Werke aus den Sammlungen von den Alten Meistern bis zur zeitgenössischen Kunst stammen von Caspar David Friedrich ("Der Wanderer über dem Nebelmeer") sowie von Emil Nolde, Pablo Picasso und Paul Klee.

Allerdings ächzt das Museum seit langem unter der Finanznot. Vor drei Jahren sollten Teile der Galerie der Gegenwart geschlossen werden, weil Geld für den Brandschutz fehlte. Für Kopfschütteln sorgten auch die Berichte über den beklagenswerten Zustand des Depots samt der Unfähigkeit der Stadt, das nötige Geld für die Sanierung aufzubringen.

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