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Singer-Songwriter : Luke Sital-Singh: Große Gefühle und viel Schmerz

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Mit seinem Debüt «The Fire Inside» (2014) hat sich Luke Sital-Singh als sensibler Singer-Songwriter präsentiert. Auf seinem zweiten Album zeigt er jetzt, was er so alles drauf hat.

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren recht smarte und äußerst begabte junge britische Singer-Songwriter in aller Munde. Tom Odell, Lewis Watson oder George Ezra - es ist ruhiger um sie geworden

Luke Sital Singh aber ist noch da. Der Londoner, der jetzt in Bristol lebt, legt mit «Time Is Riddle» sein zweites Album mit elf berührenden und zuweilen sehr schmerzvollen Balladen vor, die mitten aufs Herz zählen. Ist es Zufall, dass es während der Aufnahmen durchweg geregnet hat?

Einen vom Wind gekrümmten Baum hat er auf das Cover gepackt - ein Linolschnitt seiner Frau Hannah Cousins, der die Stimmung auf «Time Is Riddle» perfekt widerspiegelt. Es ist alles ein bisschen trüb, aber vielleicht doch nicht ganz hoffnungslos.

«Unter meinen Freunden gibt es den Running-Gag, dass ich ein Miesepeter bin», sagt der sensible Singer-Songwriter, der eine Menge Verzweiflung in seine sanften und zuweilen aufwühlenden Cinemascope-Songs gepackt hat. Einen Hang zum Pathos kann man ihm nicht absprechen. Keine Frage, der Mann ist für die ganz großen Gefühle zuständig

«Rough Diamond Falls» ist so ein Song, wo großer Chorgesang auf flächigen Orgelsound und eine Rock-Gitarre trifft. Und ungewöhnlich rau ist zudem Sital-Singhs Stimme, die in der Regel eher himmlisch durch seine Songs schwebt. Er ist halt nicht nur der introspektive Melancholie-Folkie, Luke Sital Singh hat vielle Facetten.

Ein Rock-Herz hat er also noch. Als Teenager war er ein Slipknot- und Deftones-Fan, der zu Offspring-Konzerten ging und stachlige Halsbänder trug, bis er auf Damien Rice stieß und eine Verwandlung durchmachte.

Er entdeckte plötzlich seine sanfte Seite, die ihn zudem direkt zu Bob Dylan und Neil Young führte. Seinen Horizont erweiterte er anschließend durch Ryan Adams, Joni Mitchell, Josh Ritter oder Bon Iver, wie er einmal im Interview mit «GoldFlake Tapes» verriet.

Das Drama und die Zerrissenheit, die die Songs von Damie Rice auszeichnen, findet man auch bei Luke Sital-Singh wieder, der aber auch gar nichts gegen Elton John hat. Von ihnen hat er vielleicht auch die Leidenschaft geerbt, die seine Songs auszeichnet.

Als seinen persönlichsten Song hat Luke Sital-Singh «Killing Me» bezeichnet. Sein Großvater starb vor rund zehn Jahren, seitdem vermisst seine Großmutter ihn jeden Tag. Die schmerzvolle Piano-Ballade wurde eine herzergreifende Mediation über Trauer und Verlust.

Tourdaten: 29.05. Köln - Studio 672, 01.06. Hamburg - Nochtwache, 02.06. Berlin - Auster Club

Website Luke Sital-Singh

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erstellt am 18.Mai.2017 | 06:00 Uhr

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