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Kunst : Lindenau-Museum feiert einstigen Malerstar Raden Saleh

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Raden Saleh (1811-1880) war einst ein hofierter Künstler in Europa, doch nach seiner Rückkehr in seine Heimat Java geriet er in Vergessenheit. Seit einigen Jahren erlebt sein Werk eine Renaissance.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2013 | 09:13 Uhr

Ein Sammler zahlte 2011 bei einer Auktion in Köln für das Gemälde «In letzter Not» stolze zwei Millionen Euro, eine Ausstellung in der Nationalgalerie in Jakarta stieß 2012 auf großes Interesse. Nun schickt sich das Lindenau-Museum im thüringischen Altenburg an, Saleh, mit dessen Namen hierzulande wohl meist nur Experten etwas anfangen können, mit einer umfangreichen Ausstellung einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen.

Vom 29. Juni bis zum 22. September haben Besucher Gelegenheit, Raden Saleh wiederzuentdecken. Die Ausstellung stellt ihn als dem Realismus verpflichteten großen Porträtisten und Tiermaler vor sowie als wichtigen Vertreter des Orientalismus in Deutschland. Zu sehen ist etwa das Gemälde «Büffeljagd auf Java» aus dem Jahr 1842: Ein wilder Büffel, umringt von berittenen Jägern mit Turbanen, stößt seine Hörner in den Bauch eines sich aufbäumenden Schimmels. Ein Porträt zeigt Salehs ersten Lehrer und Förderer Antoine Payen, aber auch javanische Landschaften wie der ausbrechende Vulkan Merapi sind zu sehen.

Saleh gilt als erster Asiat, der in Europa eine akademische Ausbildung der Malerei genoss, und zugleich als Erneuerer der modernen indonesischen Kunst. Er verbrachte mehr als 20 Jahre in Europa, verkehrte dabei in Dresdner Künstlerkreisen und am Gothaer Hof. Er bekam auch eine Einladung der englischen Königin Victoria nach London. Nach Einschätzung des Saleh-Experten und Kurators der Altenburger Ausstellung, Werner Kraus, ist er dabei Teil der europäischen Kunstgeschichte geworden.

Die Altenburger Schau spürt auch dem Umfeld jener Zeit nach, vor allem Salehs Aufenthalt in Dresden, den er die glücklichsten Jahre seines Lebens nannte. Damals verkehrte er im Salon der Familie Serre mit Künstlern und kunstsinnigen Bürgern wie Carl Gustav Carus, Carl Christian Vogel von Vogelstein und Johan Christian Clausen Dahl - und wohl auch Bernhard August von Lindenau, dem Begründer des Museums in Altenburg. Zu sehen sind dazu etwa zwei Porträts Siegwald Dahls, die Saleh an der Staffelei und aufgestützt auf einem Klavier zeigen. Gezeigt werden auch Einflüsse französischer Maler wie Horace Vernet auf sein Werk. Zudem hat das Museum einige Schätze aus seiner Kunstbibliothek hervorgekramt, die die Ausstellung ergänzen.

«Unsere Ausstellung ist fast eine Art Schwesterausstellung zu der in Indonesien», erklärte Museumsleiterin Julia M. Nauhaus. «In Jakarta waren Bilder aus dem asiatischen Raum zu sehen und wir zeigen die Gemälde und Zeichnungen aus dem europäischen Raum mit einigen wenigen Leihgaben aus indonesischem Privatbesitz.»

Ausstellung

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