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Kunstraub von Rotterdam: Prozessbeginn mit vielen Rätseln

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Bukarest/Amsterdam | Sie kamen durch eine Hintertür und blieben keine drei Minuten: Das reichte, um wertvolle Gemälde von Picasso, Matisse, Monet und anderen Meistern von den Wänden der Rotterdamer Kunsthalle zu nehmen und damit zu verschwinden. Gegen die mutmaßlichen Kunstdiebe vom Oktober 2012 beginnt heute in Bukarest der Prozess gegen die zwei Hauptangeklagten und vier mutmaßliche Komplizen. Einer der mutmaßlichen Täter ist flüchtig.

Die millionenteuren Bilder sind möglicherweise unwiederbringlich verloren - verbrannt in einem Ofen.

Die Bukarester Kunstkuratorin Mariana Dragu vom nationalen Kunstmuseum hat zwei davon - Werke von Matisse und Gauguin - noch kurz nach dem Diebstahl in Bukarest gesehen, als sie zum Verkauf angeboten wurden, wie sie der rumänischen Tages zeitung "Adevarul" sagte. Der potenzielle Käufer wollte die Bilder von ihr schätzen lassen.

Dass die Diebe die Bilder nach Rumänien gebracht haben, spricht für die These, dass es keine Profis waren. Die Polizei in den Niederlanden hatte zunächst vermutet, dass die Einbrecher bereits vor der Tat einen finanzkräftigen Käufer im Auge hatten. Doch es war wohl anders: Die Männer - Zuhälter in Rotterdam - haben versucht, die millionenschweren Bilder weit unter Preis, für 50 000 Euro, zu verkaufen. Einer von ihnen wusste gar nicht, wer Matisse war, heißt es in einem Vernehmungsprotokoll der Staatsanwaltschaft. In Rumänien wurden die Männer im Januar 2013 nach den erfolg losen Verkaufsversuchen verhaftet. Kurz danach soll die Mutter eines der Täter die Bilder verbrannt haben. Die Frau wurde danach selbst verhaftet. Sie habe damit Beweise vernichten wollen, um ihren Sohn zu schützen, sagte sie. Später widerrief sie die Angaben.

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