Miró verschwunden : Kunstraub in Flensburg

Der seltene Farbdruck könnte jetzt im Umlauf sein. Foto: Polizei
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Der seltene Farbdruck könnte jetzt im Umlauf sein. Foto: Polizei

Kunstraub in Flensburg: Ein Farbdruck des spanischen Künstlers Joan Miró ist aus einer Galerie gestohlen worden. Für hilfreiche Hinweise verspricht der Galerist 1000 Euro Belohnung.

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03. April 2008, 07:28 Uhr

Bislang gewährten die Kruses den Besuchern ihrer Galerie größtmögliche Bewegungsfreiheit beim Betrachten der Kunstwerke auf drei Ebenen. Doch nach dem bisher schwerwiegendsten Diebstahl in der Ausstellung in der Roten Straße will Peter Kruse Kameras installieren.
"Am Freitag oder Sonnabend der vorigen Woche muss es passiert sein", vermutet der Galerist, der den Familienbetrieb in zweiter Generation führt. Ein anderer Kunde habe die Original-Farblithographie von Joan Miró noch am Donnerstag gesehen. "Als ich am Montag auf den Boden wollte, sah ich sofort, was los war", erinnert sich Kruse an den Anblick des leeren Passepartouts. Darin war das 74,5 mal 52,5 Zentimeter große Kunstwerk ursprünglich eingebettet. Der dreiste Dieb muss das Blatt einfach abgezogen und eingerollt haben.
"Terres de grand feu" ist der Titel des nummerierten und signierten Werkes. "Es gab nur 200 Stück davon" auf "hochwertigem Büttenpapier", weiß Peter Kruse. Die Plakate seien von Miró als Einladungen vorgesehen und daher stets mit Worten beschriftet worden. Doch üblicherweise habe Miró auch stets einige dieser Blätter ohne Textaufschrift angefertigt. Das seien dann die besonders wertvollen Werke. Mit 14.000 Euro beziffert der Galerist seinen Verlust.
Bild könnte im Umlauf sein
Für Helga Kruse, Galeristin der ersten Generation, grenzt der Vorfall an "körperliche Verletzung". 1962 oder 1963 habe sie die Kostbarkeit direkt in Paris von der Galerie Maeght erworben. Jetzt mach sich Helga Kruse Gedanken, wer der Täter gewesen sein könnte. Ihr sei zwar eine Dame aufgefallen, die jüngst ohne Gruß kam und ging und sich auch im oberen Stockwerk umsah. Aber weder ihr Sohn noch sie selbst noch die Mitarbeiter können Verdächtige benennen. Selbst wenn, würde es der sympathischen Familie schwer fallen. Peter Kruse ärgert sich zwar über den Diebstahl, empfindet aber auch Erleichterung darüber, dass niemand körperlich zu Schaden kam. "Gott sei Dank: kein Vandalismus", war sein erster Gedanke, sagt er. Ihm sei an der Wiederbeschaffung des Kunstwerks gelegen. Dafür hat er 1000 Euro Belohnung ausgesetzt. Dem Dieb wünsche er vor allem ein schlechtes Gewissen.
Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Sie geht davon aus, dass der oder die Täter versuchen könnten, das seltene Bild an andere Kunsthändler weiterzuverkaufen. Hinweise an die Kriminalpolizei Flensburg, Telefon: 0461-4840.

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