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Ausstellungen : Kunst aus Australien in der Londoner Royal Academy

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Von Malereien auf der Rinde des Eukalyptus-Baums bis zur modernen Video-Installation eines einsamen Motorradfahrers in der Weite der australischen Landschaft: Eine neue große Ausstellung in der Royal Academy (RA) in London erhebt den Anspruch, die «beschämende Ignoranz» der Europäer über die Kunst Australiens zu beenden.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 11:21 Uhr

Dazu hat die Kunsthalle am Piccadilly Circus in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie von Australien rund 200 Werke von 146 Künstlern aus den vergangenen zwei Jahrhunderten zusammengetragen. Die Ausstellung «Australien» wird vom 21. September bis zum 8. Dezember gezeigt.

«Wir reagieren mit dieser Ausstellung auf die Tatsache, dass Kunst global geworden ist. Die australische Kunst hatte bisher nicht den Stellenwert, den sie verdient», sagte RA-Chef Charles Saumarez Smith der Nachrichtenagentur dpa.

«Die traditionelle Kunsterziehung in Deutschland, Frankreich oder Italien ist viel zu eurozentrisch, und das Bewusstsein für die Kunst anderer Kulturen steigt», fügte er hinzu. Fast zwei Jahrzehnte haben Kuratoren aus beiden Ländern an der Ausstellung gearbeitet. «Sie sehen hier die Spitze australischer Kunst. Wir wollten der Welt zeigen, dass wir nicht nur eine Sportnation, sondern auch eine Kulturnation sind», sagte Anne Gray, Chefin der Nationalgalerie von Australien in Canberra.

Der Bogen der Ausstellung, die sich in chronologischer Anordnung über elf Räume erstreckt, spannt sich von den Ureinwohnern Australiens bis zur Gegenwart. Im Mittelpunkt steht die «tiefe Verbundenheit» australischer Künstler mit Landschaft und Natur, die nach Ansicht der Kuratoren über Jahrhunderte als Quelle der Inspiration galt und noch heute die nationale Identität der Australier definiert.

«Der distinktive Charakter australischer Kunst ist untrennbar mit der Landschaft verbunden», sagte Gray. Die Wurzeln der Kunst australischer Aborigine zögen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kunst des Kontinents - über Kolonialisierung, Rebellion und Immigration bis heute.

Als symbolisch für den Drang nach Freiheit und die Liebe zur Wildnis wird in London das Ölgemälde «Ned Kelly» von Sidney Nolan (1917-1992) präsentiert. Hoch zu Pferde reitet der Gangster mit einem Helm aus alten Dosen, durch deren Augenöffnung er die «Freiheit einer Landschaft ohne Horizont» aufnimmt.

Royal Academy of Arts

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