Kulturministerin macht den Theatern Hoffnung

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23. August 2012, 03:59 Uhr

Kiel | Hoffnungsschimmer für den Theaterstandort Schleswig: Die Landesregierung will an der Spielstätte in der Schleistadt festhalten. Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) sprach gestern im Landtag von Plänen für eine "multifunktionale Spielstätte" als Alternative für das marode, seit Juni 2011 geschlossene Schauspielhaus. "Dies kann dann ein Veranstaltungshaus mit Theaterbetrieb sein", so Spoorendonk. Angestoßen hatte die Ministerin die Debatte höchstpersönlich als sie kürzlich in einer kritischen Bestandsaufnahme sagte: "Wir müssen jetzt handeln. Da wird es auch um Standorte gehen." Die FDP-Fraktion hakte nun nach und forderte Antwort auf die Frage, um welche Standorte es geht.

Spoorendonk räumte ein, dass sich die Theater in Kiel und Lübeck sowie die Bühnen des Landestheaters trotz aller Sparanstrengungen und ansteigender Abo-Verkäufe in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Sie stellte deshalb eine Rückkehr zur dynamischen Finanzförderung für die Landesbühnen spätestens für 2013/14 in Aussicht. Die Änderung des Finanzausgleichs sei auch nötig, um die "kulturelle Chancengleichheit zwischen Stadt und Land zu wahren".

Schwarz-Gelb hatte 2009 die Landeszuweisungen für die Theater und Orchester bei 36,7 Millionen Euro pro Jahr eingefroren. Bis dahin waren die Zuschüsse des Landes jährlich um drei Prozent gestiegen, um Kostensteigerungen und Tariferhöhungen aufzufangen.

Kritik übte Spoorendonk an ihrem Amtsvorgänger. Die von Ekkehard Klug (FDP) eingesetzte Theaterstrukturkommission sei ohne Ergebnis geblieben, zu viele Probleme seien ausgesessen worden. Das soll jetzt alles anders werden: Spätestens im Frühjahr will Spoorendonk ein Konzept für die Spielstätten im Lande vorlegen. Beifall aus den Reihen der Regierungskoalition erhielt sie für ihr Bekenntnis, dass "Kultur nicht die Funktion des Sahnehäubchens hat, sondern von existenzieller Notwendigkeit für die Menschen ist".

Union und FDP warfen der Ministerin in der Debatte vor, ihren "vollmundigen Ankündigungen" aus dem Wahlkampf keine Taten folgen zu lassen. Konkrete Vorstellungen zur Neuordnung der Theaterlandschaft und deren Finanzierung sei die Ministerin schuldig geblieben. "Die Strukturprobleme bleiben", sagte der kulturpolitische Sprecher der CDU, Peter Sönnichsen. Jede Theaterkarte müsse mit 100 Euro aus Steuermitteln bezuschusst werden. Die frisch in den Landtag gewählten Piraten schickten keinen Redner an das Mikrofon; der Fraktion mangele es noch an der entsprechenden Fachkompetenz auf diesem Gebiet, so die Begründung.

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