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Kunst : Kulturhauptstadt 2015: Vorgeschmack auf Mons mit Warhol

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Rund 130 Werke im Wert von etwa 300 Millionen Dollar - allein die Superlative der Ausstellung «Andy Warhol. Leben, Tod und Schönheit» geben einen ersten Vorgeschmack auf 2015, wenn sich Mons Kulturhauptstadt Europas nennen darf.

Gezeigt wird diese Werkschau im Kunstmuseum BAM, das für mehr als drei Millionen Euro renoviert wurde. Mit Projekten wie diesem arbeitet das belgische Mons fieberhaft auf das Jahr 2015 hin. So baut zum Beispiel Stararchitekt Santiago Calatrava am hypermodernen Bahnhofsgebäude und Daniel Libeskind am neuen Kongresszentrum.

Yves Vasseur, Generalkommissar von Mons 2015, verfügt über 70 Millionen Euro für sein Kulturhauptstadtprogramm. Das ist viel Geld für eine Stadt, die mit rund 90 000 Einwohnern knapp ein Sechstel so viel Einwohner zählt wie die jetzige Kulturhauptstadt Marseille in Frankreich mit über 91 Millionen Euro. Die in der Wallonie, an der französischen Grenze gelegene Stadt wird von Elio di Rupo regiert, der gleichzeitig auch sozialistischer Premierminister Belgiens ist. Der Sohn italienischer Einwanderer ist seit 2001 Bürgermeister von Mons. Seitdem fließt das Geld in zweistelligen Millionenbeträgen. Erst 2006 wurde ein neues Theater erbaut.

Die bis zum 19. Januar 2014 dauernde Ausstellung «Andy Warhol. Leben, Tod und Schönheit» wird mit in Europa bislang kaum gezeigten Werken bespielt. Das Andy Warhol Museum in Pittsburgh - es soll das größte einem Künstler gewidmete Museum in Amerika sein - hat Mons aus seiner riesigen Sammlung einige der teuersten Werke geliehen. Allein das Porträt der früheren Präsidentengattin Jacqueline Kennedy «Red Jackie» soll 30 Millionen Dollar Wert sein. Kuratoren der Ausstellung schätzen den Wert der Exponate auf rund 300 Millionen Dollar.

Auch «Philips Skull» gehört zu den Bildern, die nur selten außerhalb Amerikas zu sehen sind. Die Computertomographie des Schädels seines langjährigen Freundes Philip Niarchos ist um 1985 entstanden. Überhaupt taucht das Motiv des Todes im Werk Warhols nach dem Attentat auf ihn verstärkt auf: Am 3. Juni 1968 wurde der Pop-Art-Künstler durch eine amerikanische Feministin durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt - und überlebte.

Das Museum ist ein moderner Glas- und Betonbau. Die breiten Fensterflächen geben den Blick frei auf den mächtigen 87 Meter hohen Belfried. Er steht auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Der Turm wurde im 17. Jahrhundert erbaut und ragt als Symbol für Macht und Wohlstand über die Stadt. Im Gegensatz zu den umliegenden Orten wurde in Mons nie Kohle abgebaut. Mons war immer Verwaltungszentrum, wovon der Grand Place mit seinem Rathaus und dem prächtigen Ensemble aus sieben Jahrhunderten Baukunst zeugt.

Die Andy-Warhol-Schau, mit der das 5000 Quadratmeter große Museum vor wenigen Tagen wiedereröffnet wurde, gibt einen Vorgeschmack darauf, was 2015 in Mons zu sehen sein wird. Den Startschuss des Kulturprogramms wird dann die Ausstellung «Van Gogh» geben. Der Maler wohnte zwischen August 1879 und Oktober 1880 in der Nähe der Stadt, die sich für 2015 mit einem spektakulären Kongresszentrum, einem Designerviertel und einer Kulturmeile weiter herausputzt.

Warhol-Ausstellung

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erstellt am 07.Okt.2013 | 14:11 Uhr

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