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Köln verhandelt mit Erben über Kokoschka-Bild

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erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Köln | Die Stadt Köln hat die Rückgabe eines Gemäldes von Oskar Kokoschka an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim beschlossen. Gleichzeitig nahm sie Gespräche mit den Erben auf, um zu prüfen, ob das "Portrait Tilla Durieux" vielleicht doch im Museum Ludwig bleiben kann. Denkbar sei ein Ankauf, sagte Stadtsprecher Gregor Timmer gestern.

Die beratende Kommission zur Rückgabe von NS-Raubkunst hatte empfohlen, das Kunstwerk den Flechtheim-Erben zurückzugeben. Das Gremium erklärte, dass die Geschichte des Bildes nicht mehr lückenlos zu klären sei. Es sei aber davon auszugehen, dass Flechtheim gezwungen gewesen sei, das Kunstwerk aufzugeben. Alfred Flechtheim (1878-1937) - Mitbegründer der Künstler- und Sammlervereinigung Sonderbund - war von den Nazis in den Ruin getrieben worden. Die öffentlichen Anfeindungen gegen ihn begannen in den letzten Jahren der Weimarer Republik.

Das Bild von 1910, das heute mehrere Millionen Euro wert ist, war 1934 von dem Kunstsammler Josef Haubrich erworben worden, der es 1946 seiner Heimatstadt Köln überließ. Haubrichs Enkel Karl-Heinz Cramer-Haubrich (71) hat gegen die Rückgabe protestiert: "Das Gemälde wurde nicht geraubt, mein Großvater hat es legal gekauft." Josef Haubrich sei selbst von den Nazis verfolgt worden. Die Akten mit den Ankaufbelegen seien jedoch beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs verloren gegangen. Am Dienstagabend hatte der Kölner Stadtrat jedoch die Restitution des Bildes beschlossen.

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