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Ausstellungen : Kleopatra lockt in die Bundeskunsthalle

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Sie war schön, sie war reich, sie war Königin und Geliebte. Um der römischen Gefangenschaft zu entgehen, nahm sie sich das Leben - mit Hilfe einer Kobra. Aber seit 2000 Jahren ist Kleopatra unter uns. Um ihr Schicksal ranken sich Mythen.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2013 | 09:13 Uhr

Für die einen ist sie Göttin, für andere eine Hure. Ihr Hang zu Prunk und Verschwendung ist legendär. Ihre Geschichte fasziniert Schriftsteller, Maler, Musiker, Filmemacher und Werbefachleute bis heute. Die Ausstellung «Kleopatra - Die ewige Diva» in der Bonner Bundeskunsthalle fasst all das bis zum 6. Oktober zusammen.

Die Schau erzählt anhand von mehr als 200 Bildern, Skulpturen, Fotografien, Filmen und Objekten, wie das Phänomen Kleopatra in den verschiedenen Epochen seit der Antike bis zur Popkultur wahrgenommen und dargestellt wurde. Originale Quellen zum Leben Kleopatras sind nur noch fragmentarisch vorhanden. Das Bild Kleopatras wurde vor allem durch den Philosophen Plutarch, William Shakespeare und durch die Schauspielerin Elizabeth Taylor geprägt.

Pop-Künstler Andy Warhol steht am Beginn und Ende der Ausstellung. «Blue Liz as Cleopatra» und «Silver Liz as Cleopatra» begrüßen und verabschieden die Besucher. Dazwischen wird die Wahrnehmung der Geschichte Kleopatras in den einzelnen Epochen gezeigt.

Hervorzuheben sind da etwa die Darstellungen im Barock. Gezeigt wird ein Bildteppich von Justus van Egmont mit dem Titel «Das Bankett der Kleopatra». Plinius berichtete, wie Kleopatra mit Marc Anton eine Wette einging, sie könne ein einziges Mahl für die astronomische Summe von zehn Millionen Sesterzen verspeisen. Das Bankett fiel bescheiden aus. Aber die Nachspeise hatte es in sich. Die Diener stellten nur ein Glas Essig vor sie hin. Kleopatra nahm einen Perlenohrring ab, warf ihn in das Glas, in dem sich die Perle auflöste, und trank das Gemisch.

Besonderen Anteil am Wandel des Mythos Kleopatra haben Hollywoods Filmproduktionen. Liz Taylor wird nach ihrem Kinoauftritt 1963 wie keine andere Schauspielerin mit Kleopatra identifiziert. Zwei Kostüme aus dem Film sind in Bonn zu sehen. Natürlich hat auch die Werbung Ägyptens frühere Königin für sich entdeckt. So musste zwischen 1916 und 1922 Kleopatra als Werbeträger für Seife herhalten.

Es sei eine Ausstellung, die über die reine Kunstgeschichte hinausgehe, sagte der Intendant der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, am Donnerstag vor der Eröffnung. Die Schau sei hybrid, sie zeige Kunstwerke und andere Objekte. «High Culture und Low Culture kann man es auch zum Beispiel nennen.» Die Thematik der Ausstellung sei die Rezeption selber, die Wahrnehmung und Interpretation des Phänomens Kleopatra durch unterschiedliche Zeitgenossen, Zeitzeugen und alle, die danach gekommen seien.

Website zur Ausstellung

Website zum orientalischen Garten

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