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Kunst : Klassik Stiftung Weimar forscht zu NS-Raubgut

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Die Klassik Stiftung Weimar hat ein neues Forschungsprojekt zu den im Nationalsozialismus erworbenen Sammlungsobjekten gestartet.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2013 | 12:41 Uhr

Bei einem Viertel bis zu mehr als einem Drittel von ihnen gebe es Hinweise, dass dies unrechtmäßig geschah, sagte Stiftungssprecher Timm Schulze am Dienstag. Erwerber waren von 1933 bis 1945 Museen, das Goethe- und Schiller-Archiv und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Das Projekt mit der Bezeichnung «Provenienzen, Erwerbungskontexte, Erbeermittlung» ist laut Schulze zunächst auf zwei Jahre angelegt und wird vom Bund gefördert. Die Stiftung steuere selbst die Hälfte der Mittel als Eigenanteil bei. Es ist seit 2009 das vierte Rechercheprojekt zu möglichem NS-Raubgut im eigenen Haus.

Die zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands kann durch die erneute Förderung die Arbeit intensivieren. War bisher ein wissenschaftlicher Mitarbeiter zuständig, so ist es jetzt ein vierköpfiges Team. Neben dem unrechtmäßigen Erwerb unter «verfolgungsbedingten Umständen» soll es daraus folgende Wiedergutmachungs- und Restitutionsansprüche klären. Dazu gehört auch, anspruchsberechtigte Rechtsnachfolger der einstigen Eigentümer zu ermitteln.

Als ein Beispiel nannte Schulz die wertvolle Schriftensammlung aus der Goethe-Zeit des Leipziger Büchersammlers Arthur Goldschmidt (1883-1951). Sie stand jahrzehntelang als NS-Raubgut in den Regalen. Anfang 2013 kaufte die Stiftung die Sammlung von den Erben an.

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