Peter III. : Kieler Zaren-Denkmal wird eingeweiht

Der russische Bildhauer Alexander Taratynov mit der von ihm geschaffenen Statue.
Der russische Bildhauer Alexander Taratynov mit der von ihm geschaffenen Statue.

Ein Denkmal des russischen Monarchen Peter III. wird in Kiel eingeweiht. Bei Kritikern löst diese Aktion Unverständnis aus: Er soll ein Kindskopf und Säufer gewesen sein.

shz.de von
13. Juni 2014, 12:49 Uhr

Kiel | Es ist das einzige Zaren-Denkmal in Deutschland, vor allem aber ein besonders umstrittenes: Vor dem Kieler Schloss wird am Freitag eine Bronzestatue des russischen Monarchen Peter III. eingeweiht. Dabei ist nach wie vor umstritten, ob der Herrscher aus dem 18. Jahrhundert wirklich ein Visionär war - oder nicht doch vor allem ein debiler Kindskopf.

Dass der Zar ausgerechnet in der Hauptstadt von Schleswig-Holstein ein Denkmal bekommen hat, hängt mit seiner Herkunft zusammen: In Kiel kam er am 21. Februar 1728 als Karl Peter Ulrich zur Welt, wurde schon als Elfjähriger Herzog von Holstein-Gottorf und schließlich russischer Thronfolger. Als Zar regierte er jedoch nur ein halbes Jahr lang, bis er 1762 bei einem Putsch die Macht verlor.

Die Initiative für das 400 Kilo schwere Denkmal geht auf den Kieler Zarenverein zurück. Dessen Mitglieder, für die Peter III. ein Reformer mit Weitblick war, haben die Finanzierung der 100.000 Euro teure Bronzeskulptur organisiert. Der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange hat mehrfach neue Erkenntnisse über Peter III. ins Feld geführt: Der sei etwa für Religionsfreiheit, Bildungspflicht und die Bauernbefreiung eingetreten. Zudem habe er Russlands Krieg mit Preußen beendet und sei daher ein Friedensstifter. Die Gegner des Denkmals stützen sich hingegen auf das weit verbreitete Bild von Peter III., das aus den Memoiren seiner Ehefrau Katharina der Großen hervorgeht: Nicht nur der Regierungsstil des „Kieler Zaren“ sei chaotisch gewesen - er soll auch ein Kindskopf und Säufer gewesen sein.

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