Inszenierungen zum Matrosenaufstand : Kieler Theater bringt Robert Habecks Stück auf die Bühne

Robert Habeck und seine Frau Andrea Paluch haben das Stück „Neunzehnachtzehn“ geschrieben, das 2008 uraufgeführt wurde.

Robert Habeck und seine Frau Andrea Paluch haben das Stück „Neunzehnachtzehn“ geschrieben, das 2008 uraufgeführt wurde.

Anlässlich des 100. Jubiläums zeigt die Kieler Bühne Stücke, die an die Ereignisse von damals erinnern.

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26. März 2018, 16:31 Uhr

Kiel | Dem 100. Jubiläum des Kieler Matrosenaufstands und der Novemberrevolution widmet sich das Theater der Landeshauptstadt in seiner nächsten Spielzeit in Oper und Schauspiel. Mit „Neunzehnachtzehn“ von Robert Habeck und Andrea Paluch kommt ein Stück zurück, das 2008 seine Uraufführung feierte, wie das Theater am Montag mitteilte. Der heutige Grünen-Bundesvorsitzende sowie Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein Habeck und seine Frau, die Schriftstellerin Paluch, hatten es im Auftrag des Schauspiels Kiel geschrieben. Als Uraufführung steht Marco Tutinos Oper „Falscher Verrat“ in einer Inszenierung von Generalintendant Daniel Karasek auf dem Programm.

Die Außenproduktion „Neunzehnachtzehn“ soll von Ende November an um mehrere Orte in der Stadt erweitert zu einer „mobilen Theater-Erlebnisreise durch das revolutionäre Kiel“ werden. Wie bei der Uraufführung vor zehn Jahren beginne der Abend in der alten Maschinenhalle des ehemaligen Marinegeländes in der Wik, berichteten die Theatermacher. Nach dem Treffen dort geht es für die Besucher aber erst einmal weiter – teils mit Bussen und immer begleitet von Schauspielern –  zu anderen Stationen wie ins Gefängnis.

Danach kommt es im zweiten Teil des Abends in der Halle dann zur Aufführung. Den Auftakt zu den Schauspielpremieren macht Mitte September Edward Albees 1962 uraufgeführtes Stück „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“.

Ihm folgen weitere Klassiker wie „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht/Kurt Weill, Victor Hugos „Die Elenden“ und Shakespeares „Hamlet“. Ebenfalls Anfang der 1960er Jahre uraufgeführt wurde Harold Pinters „Der Liebhaber“, das von März nächsten Jahres an zu sehen ist. Das „sehr selten“ gespielte Stück sei eine „echte Ausgrabung“, heißt es im Spielplan des Hauses.

Auch Florian Zellers Demenzstück „Vater“ und Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ bringen die Kieler auf die Bühne. Ebenfalls Premiere an der Förde feiert „Die Netzwelt“: „Das Stück der US-amerikanischen Dramatikerin Jennifer Haley sei so etwas wie der Theatertext der Stunde“, betonten die Veranstalter. Daneben liefere Stefano Massinis „Occident Express“ eine „direkte Reaktion“ auf die Flüchtlingskrise.

Das Ballett wartet mit Prokofjews „Cinderella“ auf, die Oper unter anderen mit Rossinis „Der Barbier von Sevilla“, Richard Strauss' „Die Frau ohne Schatten“ und Monteverdis „Die Krönung der Poppea“ – und allen voran Tutinos „Falscher Verrat“ zum Jahrestag des Matrosenaufstands und der Novemberrevolution. Tutino, der zu den erfolgreichsten und meistgespielten italienischen Komponisten der Gegenwart gehöre, lege damit seine erste deutschsprachige Oper vor.

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