Mafia in München : «Kalter Kaffee» mit Spannung und schrägem Humor

Das Cover des Buches 'Kalter Kaffee' von Harry Kämmerer.
Das Cover des Buches "Kalter Kaffee" von Harry Kämmerer.

Ein Mordanschlag auf einen italienischen Journalisten versetzt die Münchner Polizei in Aufregung, besonders, als einer der Ihren persönlich in den Fall hineingezogen wird. Und im Hintergrund von Harry Kämmerers «Kalter Kaffee» lauert die Mafia.

shz.de von
10. Juli 2018, 13:23 Uhr

Berlin (dpa) – Eigentlich wollte der Münchner Kriminalkommissar Hummel nur zu Fuß zur Arbeit gehen. Aber die entspannte Zeit dauert nicht lang, denn auf einmal befindet sich Hummel mitten in einem Mordanschlag und Harry Kämmerer hat einen Anfang für seinen ebenso spannenden wie unterhaltsamen Krimi «Kalter Kaffee».

Schnell stellt sich heraus, dass die Schützen ihr Ziel verfehlt haben, aber in Sicherheit fühlt sich der Mann, dessen Leben Hummel gerettet hat, nicht. Denn Sergio Baroli weiß, warum ihm jemand nach dem Leben trachtet. Er ist ein italienischer Enthüllungsjournalist, der einigen dunklen Geschäften der Mafia auf der Spur ist.

Baroli ist in München, um in einer großen Veranstaltung aus seinem neuesten Buch zu lesen und dann einen Preis entgegenzunehmen. Nun besteht Baroli darauf, dass sein Lebensretter Hummel nicht von seiner Seite weicht. Und dieser sieht nun seine große Chance gekommen, denn er ist nicht nur Kriminalpolizist, sondern auch ein hoffnungsvoller Schriftsteller. Er hat gerade seinen ersten Roman veröffentlicht, wenn auch unter einem anderen Namen. Jetzt kann er selbst als Autor auftreten und aus seinem Roman lesen.

Allzu lange dauert sein Vergnügen jedoch nicht. Kaum hat Hummel seine von Kämmerer sehr amüsant geschilderte Lesung beendet, gibt es einen zweiten Anschlag auf Baroli, diesmal mit einer Bombe. Erneut kann dieser entkommen und in einer halsbrecherischen Autofahrt gemeinsam mit Hummel aus München verschwinden. Diese Flucht ist für sich genommen schon abenteuerlich, wie Sommer sinniert: «Das hätte ihre letzte Station sein können: Tod im Wald, nicht gerade Standard. Würde sich das in einer Künstlervita gut machen?»

Während seine Münchner Kollegen versuchen, Hummel aufzuspüren, erfährt dieser, was sich in den Dokumenten befindet, die Baroli versteckt hat und wegen der seine Familie entführt wurde. Der Journalist hat Unterlagen versteckt, die die Hintergründe des Mailänder Kaffeekrieges aufdecken, in dem Kaffeefirmen einander bekämpften.

Bei allen komödiantischen Elementen, die Kämmerer in «Kalter Kaffee» eingebaut hat, so hat der Kriminalfall viele ernste Aspekte. Mehrere Menschen sterben, Verrat und Betrug sind scheinbar allgegenwärtig. Doch der Roman findet eine sehr gute Balance zwischen Spannung und Komik.

«Kalter Kaffee» gehört zu der Krimireihe um Hauptkommissar Mader, in der Harry Kämmerer (50) seit 2012 schon mehrere Romane veröffentlicht hat. Natürlich spielen auch Mader und die Kommissare Dosi und Zankl, ihr Vorgesetzter Dr. Günther und der Dackel Bajazzo im Roman mit, aber eindeutig im Mittelpunkt steht der eigenwillige Ermittler Hummel.

Harry Kämmerer: Kalter Kaffee. Heyne Verlag, München, 334 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-453-27146-3

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