Schon jetzt Kultalbum? : Judas Priest begeistern mit «Firepower»

Rob Halford (l), Sänger und Richie Faulkner, Gitarrist der Metal-Band Judas Priest, beim W.O.A. Wacken Open Air 2015.
Rob Halford (l), Sänger und Richie Faulkner, Gitarrist der Metal-Band Judas Priest, beim W.O.A. Wacken Open Air 2015.

Judas Priest gehören neben Iron Maiden zur Speerspitze im traditionellen Heavy Metal. Ein richtig gutes Album hat die Band um Sänger und «Metal God» Rob Halford freilich schon lange nicht mehr produziert. Das ändert sich mit dem neuen Werk grundlegend.

shz.de von
09. März 2018, 10:59 Uhr

Selten sind die Reaktionen schon vor der Veröffentlichung eines Albums so euphorisch ausgefallen. «PRIEST, PRIEST, PRIEST», dröhnt es förmlich aus den sozialen Netzwerken, nachdem Judas Priest zwei Songs der kommenden Platte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Und auch die Presse lobt «Firepower», das 18. Studio-Album, in den höchsten Tönen. Nach den doch sehr bieder geratenen Veröffentlichungen der zurückliegenden zwei Dekaden hätte niemand der Heavy-Metal-Legende aus Birmingham ein solch kraftvolles Werk zugetraut.

Sänger Rob Halford freut sich über die Komplimente von allen Seiten. «Mir hat neulich jemand gesagt, dass "Firepower" für ihn bereits ein Kultalbum ist, obwohl es noch nicht erschienen ist. Alle Indizien weisen wohl wirklich darauf hin, dass uns ein starkes Album gelungen ist», sagte der 66-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das Produzenten-Duo Tom Allom und sein jüngerer Kollege Andy Sneap haben einen sehr gute Job gemacht. «Wir hatten die Idee, Oldschool mit Newschool zu mischen. Die beiden sind ein großartiges Team», äußerte sich Halford begeistert.

Sneap, der schon für Bands wie Megadeth, Accept und Saxon gearbeitet hat, wird auf Tour für den an Parkinson leidenden Haupt-Gitarristen Glenn Tipton einspringen. «Glenn ist ein Heavy-Metal-Hero. Er lebt schon länger mit Parkinson, und es ist toll, wie er damit umgeht. Er hat einen tollen Job auf Powerpower gemacht», lobte Halford seinen langjährigen Bandkollegen. Die Anstrengungen einer längeren Tour lasse die fortgeschrittene Krankheit indes nicht zu. «Vielleicht kann er bei ein, zwei Songs auftreten», ließ Halford durchblicken.

Halford macht das Leben «on the road» trotz fortgeschrittenen Alters nach wie vor Spaß. Die Zeiten von wilden Partys und Drogen-Exzessen sind jedoch schon lange passé. Seit 32 Jahren lebt er drogenfrei.

Ähnlich wie bei Alice Cooper, der sein Freund und Nachbar in Arizona ist, hat Halford im christlichen Glauben Halt und die Hilfe gefunden, von seiner Sucht loszukommen. «Durch die spirituelle Seite in meinem Leben habe ich Erfahrungen gemacht, die überwältigend sind. Durch den Glauben bekomme ich etwas zurück, das ungemein stark ist und mich motiviert», sagte der «Metal God» genannte Sänger.

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