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Ausstellungen : «Jenseits von Eldorado» - Anden-Gold im British Museum

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«Wer immer Gold besitzt, kann sich alle Wünsche in dieser Welt erfüllen. Seine Seele erlangt den Zugang zum Paradies.» Das schrieb der Entdecker Christoph Kolumbus 1503 dem König von Spanien.

Der Mythos des sagenhaften Goldlandes Eldorado zog die europäischen Eroberer von Südamerika in seinen Bann. «Hinter der Legende liegt eine faszinierende Wahrheit», sagte der Direktor des British Museum, Neil MacGregor, am Mittwoch in London. «Es geht um weit mehr als Gold.» Das Museum zeigt von diesem Donnerstag an «Jenseits von Eldorado - Macht und Gold im antiken Kolumbien». Die glitzernde Schau ist bis zum 23. März 2014 zu sehen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Museo del Oro (Gold-Museum) in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota werden mehr als 300 Schätze aus den Kulturen der Ureinwohner des heutigen Kolumbiens zwischen 1600 v. Chr. und dem Beginn der Kolonialisierung um 1500 n. Chr. ausgestellt. In den abgedunkelten Räumen taucht der Besucher ein in eine glanzvolle Welt von Gold, Schmuck, Textilien, Votivfiguren, Musikinstrumenten und glitzernden Motiven aus der Tierwelt.

Die Exponate stammen aus den Zeremonien um den Bergsee von Guatavita, aber auch aus Grabstätten. Die Goldschmiede der Zeit nutzen für ihre atemberaubenden Schmuckstücke oft nicht reines Gold, sondern Legierungen von Silber und Kupfer, die ihnen einen rötlichen Glanz gaben.

Gold hatte im antiken Kolumbien symbolischen - und nicht kommerziellen - Wert, erläuterte Kuratorin Elisenda Vila Llonch. Es diente der Anbetung von Herrschern und Göttern sowie zur Identifikation gesellschaftlicher Schichten. Seine Verknüpfung mit der Sonne versprach Jugend und Lebenskraft. Vor allem aber glaubten einheimische Kulturen, Menschen könnten sich durch Verkleidung, Schmuck und Bemalung verwandeln und die Kräfte der Tierwelt annehmen. Die Kommunikation mit dem Überirdischen und der Übergang vom Leben in die Nachwelt waren für sie Schwerpunkte. Die Kolonialherrscher sahen darin die «Anbetung des Teufels.»

«Sie legten sich eine "zweite Haut" zu und glaubten, so die Kräfte der Kreaturen zu erlangen, von denen sie umgeben waren, erläuterte Vila Llonch. So konnten sie zum Beispiel «fliegen» und nachts furchtlos auf die Jagd gehen. Riesige goldene Brustplatten mit Vögelgesichtern, Ohrringe in der Form von Fledermäusen, Nasen-und Lippenschmuck, Fußkettchen und Feder-Haarschmuck zeugen von exquisiter handwerklicher Arbeit. Die Fledermaus verkörperte die Nacht und die Unterwelt, Frosch und Krokodil die Welt der Flüsse. Der Jaguar, das Symbol von der Macht der Herrscher, wurde mit prachtvollen Goldornamenten und durch das Tragen seiner Haut verehrt.

British Museum

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erstellt am 16.Okt.2013 | 18:07 Uhr

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