Stars auf dem roten Teppich : „Je suis Charlie“: Solidarität bei den Golden Globes

George Clooney erhielt den „Cecil B. DeMille Award“ für sein Lebenswerk.
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George Clooney erhielt den „Cecil B. DeMille Award“ für sein Lebenswerk.

Die Golden Globes in Los Angeles sind eine der größten Auszeichnungen für Schauspieler. Viele Stars nahmen die Veranstaltung auch zum Anlass, um an die Opfer in Paris zu gedenken.

shz.de von
12. Januar 2015, 11:12 Uhr

Los Angeles | Am Sonntagabend (Ortszeit) wurden bei einer festlichen Gala die Golden Globes verliehen. Die Trophäen gelten als zuverlässiges Barometer für die Oscars, die wichtigsten Filmpreise der Welt. Häufig hatten in den vergangenen Jahren die Oscar-Gewinner zuvor auch den „Globe“ gewonnen.

Das Jugenddrama „Boyhood“ hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen und geht damit als Favorit in das Rennen um die Oscars. Die über zwölf Jahre erzählte Geschichte einer Kindheit gewann in Los Angeles zwei weitere Preise: Richard Linklater siegte als bester Regisseur, Patricia Arquette wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Als bester Film in der Kategorie Komödie/Musical gewann das groteske Werk „The Grand Budapest Hotel“ über ein Hotel in der fiktiven osteuropäischen Republik Zubrowka. Die Globe-Trophäen gelten als Barometer für den wichtigsten Filmpreis der Welt, den Oscar.

Als beste Schauspieler wurden in der Drama-Kategorie Eddie Redmayne für seine Rolle als Physiker Stephen Hawking in „Die Theorie der Unendlichkeit“ und Julianne Moore als Alzheimer-Kranke in „Still Alice“ ausgezeichnet.

Die beiden Darsteller-Preise im Bereich Komödie/Musical gingen an Michael Keaton als alternder Hollywood-Star in „Birdman“ und Amy Adams in Tim Burtons Kunstfälscher-Film „Big Eyes“. Der für diesen Film ebenfalls nominierte Österreicher Christoph Waltz ging leer aus. Auch der deutsche Filmmusiker Hans Zimmer musste für „Interstellar“ ohne Golden Globe nach Hause gehen.

Bester Nebendarsteller wurde J. K. Simmons als aggressiver Musiklehrer in „Whiplash“. In den Fernsehkategorien gewann die Ehe-Geschichte „The Affair“ den Preis als beste Dramaserie. Beste Comedy-Serie wurde die von Amazon produzierte Transsexuellen-Geschichte „Transparent“.

Der frisch vermählte Hollywood-Schauspieler George Clooney erhielt den „Cecil B. DeMille Award“ für sein Lebenswerk. Clooney glänzte auf dem roten Teppich – und das obwohl er nicht lange nach einem passenden Outfiit suchen musste: Bei der Kleiderwahl hat er es sich einfach gemacht. „Ich trage meinen Hochzeits-Smoking“, sagte Clooney nach der Verleihung am Sonntagabend Reportern. Seine Ehefrau Amal Clooney, die ihn begleitete, hatte es da deutlich schwerer. „Amal hat noch gestern Nacht nach dem passenden Outfit gesucht. In der Zeit habe ich Football geschaut“. Es sei nicht fair für Frauen, sagte Clooney.

Die Stars nahmen die Veranstaltung auch zum Anlass, um ihre Solidarität mit den Opfern in Paris auszudrücken. Zahlreiche Promis, unter anderem auch Clooney, trugen einen schwarzen Button mit dem Slogan: „Je suis Charlie“ („Ich bin Charlie“). Oscar-Preisträgerin Kathy Bates (66, „Misery“) hielt die Rückseite ihres Smartphones in die Kameras, das den gleichen Schriftzug trug. Auch Stars wie Diane Kruger, Joshua Jackson und Hellen Mirren waren auf dem roten Teppich mit „Je suis Charlie“-Schildern zu sehen.

Für großes Gelächter sorgte die Eröffnungsrede von Tina Fey und Amy Poehler. Sie hauten einen Witz nach dem anderen raus, spaßten über zukünftige Skandale und nahmen unter anderem Wes Anderson und George Clooney auf die Schippe.

Besonders gut kam auch die Dankesrede der Schauspielerin Maggie Gyllenhall an. Sie erhielt einen Preis als beste Darstellerin in einer Mini-TV-Serie oder TV-Film und sprach darüber, was sie in der Filmbranche besonders antreibt:

Sehr berührend fanden das auch einige Twitter-User:

Die Golden Globes gibt es für Film- und Fernsehproduktionen, und in beiden Kategorien steht der begehrte Preis jeweils an zweiter Stelle: Bei den Kinofilmen nach den Oscars, bei den Fernsehpreisen nach den Emmys.

Der Verband der Hollywood-Auslandspresse vergibt die Trophäen seit 1944, in diesem Jahr zum 72. Mal. Vor einem Jahr wurden Cate Blanchett („Blue Jasmine“) und Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“) als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet, bestes Filmdrama wurde „12 Years a Slave“. Das waren später auch exakt die Oscar-Gewinner. Die diesjährigen Oscars werden am 22. Februar verliehen.

Alle Gewinner der Golden Globes im Überblick:

Bestes Filmdrama: „Boyhood“

Beste Schauspielerin in einem Filmdrama: Julianne Moore („Still Alice“)

Bester Schauspieler in einem Filmdrama: Eddie Redmayne („The Theory of Everything“)

Beste Komödie: „Grand Budapest Hotel“

Beste Schauspielerin in einer Komödie oder einem Musical: Amy Adams („Big Eyes“)

Bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical: Michael Keaton („Birdman“)

Bester Nebendarsteller: J.K. Simmons („Whiplash“)

Beste Nebendarstellerin: Patricia Arquette („Boyhood“)

Beste Regie: Richard Linklater („Boyhood“)

Bestes Drehbuch: Alejandro Gonzalez Inarritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo („Birdman“)

Beste Filmmusik: Johann Johannsson („The Theory of Everything“)

Bester Filmsong: „Glory“ (von John Legend, Common, aus "Selma")

Bester nicht-englischsprachiger Film: „Leviathan“

Bester Animationsfilm: „How to Train Your Dragon 2“

Cecil B. DeMille Award fürs Lebenswerk: George Clooney

Beste Drama-Serie: „The Affair“

Beste Comedy-Serie: „Transparent“

Bester Drama-Schauspieler: Kevin Spacey („House of Cards“)

Beste Drama-Schauspielerin: Ruth Wilson („The Affair“)

Bester Comedy-Schauspieler: Jeffrey Tambor („Transparent“)

Beste Comedy-Schauspielerin: Gina Rodriguez („Jane the Virgin“)

Bester TV-Film oder Miniserie: „Fargo“

Bester Schauspieler TV-Film/Mini-Serie: Billy Bob Thornton („Fargo“)

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