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Weltbester Whisky Yamazaki : Japanischer Whisky blamiert die Schotten

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Ein tiefer Stich ins schottische Whisky-Herz – und das ausgerechnet von einem Engländer: In Jim Murrays Rangliste der weltbesten Whiskys gewinnt ein Gerstenschnaps aus Asien.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 15:40 Uhr

Treffen die klassischen Malt-Whiskys aus Schottland nicht die Gaumen der Zeit? In seinem neuen Ranking empfiehlt der englische Whisky-Guru Jim Murray den Schotten eine „kleine Portion Demut“ und spricht von einem „Weckruf“ für das Land im Norden Großbritanniens, das sich als Heimat der edelsten Whiskys versteht. Es fehle den derzeitigen Scotch-Destillaten an Tiefgang und Komplexität, meint der Experte aus England.

Als erster der führenden Verkoster setzt Murray einem Erzeugnis aus Japan die Krone des „Weltbesten Whiskys“ auf. Dem Sieger Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 von der Destillerie Beam Suntory Inc attestierte Murray „fast unbeschreibliche Genialität“. Seine geschmackliche Note sei „so rund wie eine Billiardkugel.“

Nur 18.000 Flaschen wurden von dem edlen Getränk produziert, das ab etwa 150 Euro pro Flasche gehandelt wird. Mit einem egalisierten Rekordwert von 97,5 von 100 möglichen Punkten verlieh Murray der japanischen Spirituose die Pole-Position – im letzten Jahr hatte noch der Scotch Glenmorangie Ealanta mit der selben Punktzahl gewonnen. Hinter dem Yamazaki folgen in diesem Jahr Bourbons aus den Vereinigten Staaten: Eine Demütigung für die schottischen Whisky-Macher, die sich eigentlich als die besten der Welt verstehen. Von den Erzeugnissen aus den über 100 schottischen Destillerien schaffte es überraschenderweise kein einziges auf die ersten fünf Plätze.

Whiskys aus aller Welt seien überhaupt auf dem Vormarsch, urteilte Murray. „Die Menschen werden immer abenteuerlustiger und neugieriger. Sie machen neue Erfahrungen und probieren deshalb verschiedene Whisky-Stile“, betonte er, wie die britische Zeitung „Telegraph“ schrieb.

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