Jamie Cullum: Der mit dem Regen spielt;

Jamie Cullum.  Foto: Jahnke
Jamie Cullum. Foto: Jahnke

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20. August 2010, 03:59 Uhr

HAMBURG | Nicht umsonst eröffnet Jamie Cullum sein ausverkauftes Konzert im Hamburger Stadtpark mit "Singin in the Rain", das er sanft in Rihannas "Umbrella" übergehen lässt. Es regnet in Strömen, etliche Besucher haben ihre Schirme aufgespannt. Der Sänger indes nimmt das miserable Wetter mit Humor. "Wem kalt ist, der muss einfach meine Bewegungen mitmachen", fordert er die Menge auf. "Dann wird euch garantiert warm."

Tatsächlich sprüht der kleine Brite vor Energie. Oft bearbeitet er seinen Flügel im Stehen, bisweilen klettert er sogar auf seinem Instrument herum, bevor er sich mit einem Luftsprung zurück auf die Bühne katapultiert. Er reißt sich das Hemd vom Leib, tänzelt im T-Shirt durch den Regen oder unterhält das Publikum mit witzigen Geschichten. Der ehemalige Barpianist ist eben ein geborener Entertainer. Mit großer Lässigkeit singt er sich durch Jazzstandards, Eigenkompositionen und Coversongs. Meist wechseln sich die Stücke seines Erfolgsalbums "Twentysomething" mit der Liedern seines jüngsten Werks "The Pursuit" ab.

Allein die an Coldplay erinnernde Power-Pop-Hymne "Wheels" ist einfach unwiderstehlich. Nicht zuletzt, weil Cullums geniale Band stets zu überzeugen weiß. Mitunter lässt sich der 30-Jährige nur von seinem Bassisten begleiten, manchmal wechseln die Musiker innerhalb einer Nummer sogar die Instrumente. Was kann man sich da mehr wünschen? Eigentlich nur besseres Wetter. Am Schluss sind alle klatschnass, aber glücklich.

Der "Beckham des Jazz", wie ihn die englische Presse nennt, hat seine Fans mit seinem unglaublichem Charisma, seiner eigenwilligen Tastenfertigkeit und seiner leidenschaftlichen Schwerenöterstimme verzaubert.

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