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Internationaler Museumstag: Warnung vor zu großen Einsparungen

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erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Hamburg/Kiel | Mehr als 1500 Museen in ganz Deutschland haben gestern mit besonderen Attraktionen wie freiem Eintritt oder Führungen einen Tag lang für sich geworben. Zum 36. Internationalen Museumstag hoben Politiker und Museumsverantwortliche die Bedeutung der Einrichtungen hervor.

Zugleich betonten sie die Notwendigkeit für die Museen, sich immer wieder neu zu erfinden. Bundesweit standen mehr als 10 000 Aktionen und Angebote auf dem Programm, das Motto lautete diesmal "Vergangenheit erinnern - Zukunft gestalten: Museen machen mit!".

In Schleswig-Holstein eröffnetete Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) den Museumstag im Flensburger Schifffahrtsmuseum. "Museen sind Stätten, an denen das kulturelle Erbe einer Gesellschaft sichtbar wird. Sie sind aber nicht nur Orte der Sammlung, Verwahrung, Bewertung, Erforschung des Kulturellen Erbes, sondern sie sind lebendige Zentren, deren Darstellungsformen und -inhalte sich im Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen stetig ändern", sagte Spoorendonk.

Bei der zentralen Auftaktveranstaltung in Ludwigsburg warnte der Staatssekretär im baden-württembergischen Wissenschafts- und Kunstministerium, Jürgen Walter (Grüne), vor stärkeren Einsparungen im Museumsbereich. Die Einrichtungen seien "mit Sicherheit kein haushaltspolitischer Steinbruch", sagte er.

Wer die Zukunft gestalten wolle, müsse zunächst Vergangenheit und Gegenwart kennenlernen. "Nirgendwo gelingt das besser als in den Museen." Viel mehr als früher stehe heute dort die Vermittlung von Wissen im Vordergrund, betonte Walter.

Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Volker Rodekamp, sieht Deutschlands Museen im Wandel. "Sie müssen sich immer wieder neu erfinden und unter Beweis stellen, dass die Gesellschaft sie braucht", sagte er. Daher gelte es, in Bewegung zu bleiben, sich nicht nur auf Schätze zu verlassen, sondern viel auszuprobieren, auch wenn nicht alles in die richtige Richtung gehe.

"Es herrscht eine Art Aufbruchstimmung", sagte Rodekamp. Die Auseinandersetzung mit neuen Medien und den Rezeptionsgewohnheiten einer jüngeren Erlebnisgesellschaft biete neue Chancen. "Digitale Medien können die Idee des Museums verstärken und das dort angehäufte Wissen viel breiter zur Verfügung stellen."

Wie viele Besucher die Angebote des Museumstages nutzten, wurde gestern nicht bekannt.

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