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Krimi am Ostermontag : Im „Tatort“: Bombenalarm in Dortmund

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Terroranschlag droht in Dortmund: Der „Tatort“ am Ostermontag beweist ungeahnte Brisanz - und wirft auch Fragen auf.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2017 | 11:16 Uhr

Dortmund | Wer meint, dass es das letzten Sonntag war mit der Problem-Sensibilisierung in Sachen Migranten, der wird sich wundern. Denn im aktuellen„Tatort“ rumst es, dass es halb Dortmund wegputzt. Und das fragile Kripo-Team Faber, Bönisch, Delay und Kossik gleich mit (Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Stefan Konarske).

Tote, Verletzte und eine explodierende Autobombe: Am Neujahrstag wollte die ARD den Zuschauern den schockierenden Dortmund-Tatort „Sturm“ nicht antun. Zu nah war das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Sendetermin. Das Erste hält dagegen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund an der Ausstrahlung fest.

Am Anfang, klar, steht ein Mord. Ein doppelter sogar. Und noch schlimmer: Es erwischt zwei Streifenpolizisten, die in ihrem Wagen abgeknallt werden. Faber, der zuerst eintrifft, ahnt, dass der Mord kein Zufall war, und erkundet das Umfeld. Und richtig, ganz in der Nähe sitzt in einer kleinen Privatbank ein Mann und hämmert auf die Tasten eines Rechners. Doch als Faber versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen und durch das Fenster einsteigt, stellt sich ihm der Bankangestellte in den Weg. Was Faber dann sieht, schockt selbst ihn: Muhammad Hövermann (Felix Vörtler) trägt einen Sprengstoffgürtel und droht, sich und Faber und halb Dortmund beim nächsten Mucks hochgehen zu lassen.

Ist der Kerl ein Terrorist? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Einen schönen Nervenfetzer zelebrieren uns da Martin Eigler, Sönke Lars Neuwöhner (Buch) und Richard Huber (Regie) am Ostermontag. Und natürlich ist alles viel komplizierter, als es zunächst aussieht. Aber viel grübeln können wir darüber nicht.

Denn der wie in Echtzeit abgefilmte Thriller hält nicht nur die Protagonisten in Atem, sondern auch uns Zuschauer. Zwischen Familientragödie, Polizistenknatsch und geheimen IS-Bankkonten. Und war das Dortmunder Kripo-Quartett schon immer stress- und streitsüchtig – nun scheint es das Team endgültig zu zerreißen. Buchstäblich. Krimiherz, was willst du mehr? Tempo, Action, Drama satt! Prima Unterhaltung! Nur eins stimmt bedenklich: Die „Allahuh Akbar“-Rufe, das Morden und Bomben, sobald Muslime in einem „Tatort“ mitmischen. Als wäre das eine ohne das andere nicht zu haben. Heißt das, wir müssen uns daran gewöhnen – im Einwanderungsdeutschland?

„Tatort: Sturm“, Ostermontag, 20.15 Uhr, ARD
 

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