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Retro-Sound : Hurts: Pop-Noir aus dem Schlafzimmer

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Das Haar zum stets eleganten Anzug pomadig gestriegelt, der Sound zwischen Melancholie und Bombast: Sieben Jahre nach dem gefeierten Debüt «Happiness» legt das 80s-Synthie-Pop-Duo Hurts aus Manchester sein viertes, erstmals allein produziertes Album vor.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Mächtiger Pop, persönlicher als die Vorgänger, aber mit Echos von allen dreien: So kündigte Hurts-Sänger Theo Hutchcraft (31) im Mai im britischen «NME» das neue Album «Desire» an, das er mit Adam Anderson (Keyboard, Gitarre) in einem kleinen Londoner Schlafzimmer aufgenommen hat.

Die selbstbekundeten Themenschwerpunkte sind Leidenschaft, Lust und Schmerz - der Bandname als Programm. Blutig beginnt auch das Video zur ersten Single «Beautiful Ones» (eine Reverenz an den gleichnamigen Prince-Hit), in dem Hutchcraft eine Dragqueen spielt, die nach einer Clubnacht zusammengeschlagen wird. Das bombastische «Loblied auf die Individualität» mit typisch hymnenhaftem Refrain fordert dazu auf, Ängste zu überwinden und in einer zunehmend konservativen Zeit zusammenzuhalten.

Mit einem ähnlichen Mantra («Don’t let go / Never give up, it’s such a wonderful life») katapultierte sich das britische Synth-Pop-Duo 2010 europaweit in die Charts. Ihrer düsteren Ästhetik und der Vorliebe für Drama und Pathos sind die an Depeche Mode und die Pet Shop Boys erinnernden Musiker treu geblieben. Sie sehen sich als männliches Pendant zu Lana del Rey.

Auf «Desire» wechseln sich klassische Hurts-Balladen («Something I Need to Know», «Magnificent») mit funky-verspielten 80s-Disco-Nummern ab («Ready to Go», «Thinking of You», «Boyfriend») - Falsett-Gesang, Chor, stampfende Beats und ohrwurmtaugliche Melodien inklusive. Für Hurts ist das «mit die beste Musik, die wir je gemacht haben». Understatement war noch nie ihr Ding.

Tourdaten: 14.11. Hamburg, Mehr!Theater - 15.11. Berlin, UFO im Velodrom - 03.12. München, TonHalle - 04.12. Köln, Palladium

Website Hurts

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