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Jazz-Musiker : Hirninfarkt mit 45 - Roger Cicero ist tot

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Der beliebte Sänger wurde nur 45 Jahre alt. Nach einem Hirnschlag starb er im Kreis seiner Lieben.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2016 | 15:49 Uhr

Der Pop- und Jazzmusiker Roger Cicero ist tot. Der 45-jährige Sänger habe am vergangenen Donnerstag einen Hirninfarkt erlitten und sei im „Kreise seiner Lieben“ gestorben, teilte sein Management am Dienstag mit.

Hintergrund: Hirninfarkt

Bei einem Hirninfarkt, an dem der Jazz-Sänger Roger Cicero gestorben ist, wird ein Blutgefäß verstopft. Somit ist die Sauerstoffversorgung des Gehirns eingeschränkt. Er ist eine Form des Schlaganfalls, der aber auch durch eine Hirnblutung ausgelöst werden kann. Zu den Risikofaktoren für eine Hirnblutung zählen das Alter, Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Ganz wichtig sind eine schnelle Diagnose und Behandlung, damit das Gehirn wieder mit Sauerstoff versorgt wird. Symptome sind etwa die Lähmung einer Gesichst- oder Körperhälfte, Taubheitsgefühl sowie Sprach- oder Schluckstörungen.

Nach Informationen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erleiden pro Jahr fast 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall.

Etwa 20 Prozent der Patienten sterben innerhalb von vier Wochen, 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Fast eine Million Menschen leiden in Deutschland an den Folgen der Erkrankung - einseitige Lähmungen sowie Sprach-, Schluck-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen.

 

Der Sänger hatte im November wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung seine Konzerttermine bis Ende 2015 abgesagt. Er habe im Winter mehrere Wochen in einem Heldelberger Hotelzimmer verbracht, um sich auszukurieren, sagte er damals „Bild“. Die ausverkaufte Tour sollte jetzt fortgesetzt werden. Er habe sich „unglaublich“ darauf gefreut, teilte das Management bin. Am 12. April wollte Roger Cicero in Hamburg auftreten.

Erst kürzlich habe er noch Interviews gegeben, erklärte seine Managerin. „Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie.“ Er hinterlässt einen siebenjährigen Sohn, schreibt „Bild“. Von der Mutter des Kindes hatte er sich 2013 getrennt.

Auf Roger Ciceros offiziellen Facebook-Seite heißt es: „Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes auf. Im Krankenaus verschlechterte sich sein Zustand rapide.“

Roger Cicero plötzlich und vollkommen unerwartet verstorben – Familie und Freunde unter SchockDer 45-jährige Jazz Sä...

Posted by Roger Cicero on  Dienstag, 29. März 2016

Unter dem Facebook-Bild seines letzten TV-Auftritts - wie auch an anderen Stellen auf seiner Seite - nehmen die Fans Abschied. „Du warst ein toller, netter Mensch mit einem guten Herzen“ und „Ruhe in Frieden“ schreiben sie zum Beispiel.

Roger Cicero wurde 1970 als Sohn eines Jazzpianisten und einer Tänzerin geboren - und machte selbst mit seiner Mischung aus Jazz, Swing und Pop Karriere. Cicero machte den deutschsprachigen Swing salonfähig und gehörte seit rund zehn Jahren zu den Stars der hiesigen Musikszene. Elegant mit Hut und Lackschuhen kam er mit seinen Big-Band-Musikern im Stil der großen Swing-Künstler auf die Bühne.

Die Begegnung mit Texter Frank Ramond und Komponist Matthias Hass - beide schon mit Annett Louisan erfolgreich - verhalf ihm zum Durchbruch. Mit Swing und Wortspielereien entdeckte er eine Nische, der Song „Zieh die Schuh aus“ katapultierte ihn in die Hitparade. „Dass das so einschlägt, hat uns selbst überrascht. Nicht mal die Strategen in der Plattenfirma wussten, welche Zielgruppe wir erreichen können“, sagte er mal.

Sein Album „Männersachen“ (2006) eroberte die Charts, er gewann den Musikpreis Echo als bester Rock/Pop-Sänger (2007). 2007 gewann er den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit dem Song „Frauen regier'n die Welt“. Beim ESC in Helsinki erreichte er aber nur Platz 19. Doch jemand wie er konnte dem auch Positives abgewinnen: „Die Empörung über den 19. Platz war so groß, dass ich in aller Munde war“, sagte er später mal. „Das hat mir sehr geholfen.“

Erst kürzlich wurde er mit „Cicero sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ jeweils für einen Echo 2016 nominiert.

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