Jorge González : „High Heels sind für mich mein Werkzeug“

Jorge González: „Privat trage ich normale Schuhe, zum Beispiel griechische Sandaletten, Cowboyboots, Turnschuhe.“
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Jorge González: „Privat trage ich normale Schuhe, zum Beispiel griechische Sandaletten, Cowboyboots, Turnschuhe.“

Im Interview spricht Wahl-Hamburger und High-Heel-Fan Jorge González über seine Show, Conchita Wurst und sein Verhältnis zu Heidi Klum.

shz.de von
22. Juni 2014, 14:27 Uhr

Hola Jorge!
Hola! (lacht)

Sie bekommen auf Vox eine eigene Show. Worum geht’s?
Im Prinzip ist die „Chicas Walk Academy“ eine Schule, die ich in Hamburg gegründet habe. Für mich war das immer schon ein Traum. Immer haben die Chicas zu mir gesagt: „Ach, Jorge, hilf mir beim Gehen auf High Heels!“ In der Academy geht es um aufrechte Haltung – äußerlich, aber auch innerlich. Vox hat das Projekt so interessant gefunden, dass sie sagen: Wir begleiten die Chicas Walk Academy.

Sie selber laufen bekanntlich viel auf Stöckelschuhen.
Warum?

Als Mann könnten Sie doch auch bequeme, flache Schuhe tragen…
Aber wer sagt denn eigentlich, dass hohe Schuhe unbequem sind? (lacht)

Ihre Gesprächspartnerin – aus eigener Erfahrung…
Ich sage nicht, dass Frauen immer auf High Heels laufen sollten. Ich sage: Die Frau sollte es lernen, damit sie es kann, wenn sie es braucht. High Heels sind für mich mein Werkzeug, ich nutze sie für meinen Job – wenn ich als der mediale Jorge raus in die Welt gehe. Privat trage ich normale Schuhe, zum Beispiel griechische Sandaletten, Cowboyboots, Turnschuhe.

Wie viele Paar High Heels besitzen Sie?
Oh mein Gott, ich habe zuhause 350 Paar oder mehr, ich zähle das wirklich nicht mehr!

In Ihrem eigenen Styling spielen Sie mit den Grenzen zwischen männlich und weiblich – so ähnlich macht das auch die Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst. Was halten Sie von ihr?
Ich finde sie super! Ich freue mich sehr, dass sie den ESC gewonnen hat, weil sie Talent hat. Und: Ich mag Leute, die individuell und authentisch sind und sich trauen, das zu zeigen, das finde ich ganz toll an Conchita Wurst. Sie will so sein, sie will sich so präsentieren, und sie hat den Mut und die Courage dazu, gepaart mit einer guten Portion Gesangstalent. Ein bisschen wie David Bowie in den 70ern. Jedes Stück, das sie trägt, ist wie Kunst, das ist etwas, das ich sehr genieße. Ich liebe Mode, und ich liebe es, mich selber authentisch und individuell zu präsentieren.

Sie wurden als Laufstegtrainer in Heidi Klums Show „Germany’s Next Topmodel“ bekannt. In der aktuellen Staffel waren Sie nicht mehr dabei. Wie ist heute Ihr Verhältnis zu Heidi Klum?Sehr gut! Ich war im Mai Gast beim Finale von Germanys Next Top Model, wir haben viel Champagner getrunken, viel gesprochen. Ich habe sie bei den Emmy Awards in Los Angeles getroffen, dieses Jahr im Sommer gehe ich wieder hin und werde sie dort treffen. Bei uns ist alles gut. Ich habe Pro Sieben verlassen, weil ich ganz andere, neue Projekte wollte, die dort zu dem Zeitpunkt nicht zu realisieren waren.

Was verrät der Gang über einen Menschen? Erkennen Sie gleich, woran Sie bei jemandem sind, wenn er auf sie zukommt?
Nicht gleich alles, aber natürlich kann man vieles erkennen. Mit der Körpersprache geben die Leute viele Signale, es ist eine wichtige Kommunikation, und das kann man lesen.

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