zur Navigation springen

Museen : Herzogliches Museum in Gotha feierlich eröffnet

vom

Eine der wichtigsten Kunstsammlungen Thüringens erstrahlt wieder in beeindruckendem Glanz: Das frisch sanierte Herzogliche Museum in Gotha ist am Samstag feierlich wiedereröffnet worden. Damit kehren die Friedensteinischen Kunstsammlungen in das ursprünglich für sie geschaffene Haus zurück.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 15:57 Uhr

Die Eröffnung des größten Thüringer Kunstmuseums setze einen Glanzpunkt, der Thüringens kulturhistorische Bedeutung national und international noch besser zur Geltung bringen werde, teilte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) mit.

Die aus Moskau angereiste Präsidentin des Puschkin-Museums für bildende Künste, Irina Alexandrowna Antonowa, zeigte sich in ihrer Rede beeindruckt von den Schätzen. Sie warb zugleich für eine stärkere Zusammenarbeit der beiden Häuser. Lieberknecht hatte Antonowa vor einem Jahr während einer Russland-Reise getroffen und nach Thüringen eingeladen. Bereits damals hatte Antonowa vage Hoffnungen auf gemeinsame Projekte mit Exponaten aus Moskau mit Thüringer Museen gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten auch Schätze der Gothaer Sammlung als sogenannte Beutekunst in die Sowjetunion, wo sie bis heute geblieben sind - und bleiben sollen.

Als das mehrgeschossige Haus in Sichtweite zum Schloss Friedenstein am Samstagnachmittag für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, bildeten sich in kürzester Zeit lange Warteschlangen vor dem Eingang. «Der Ansturm ist Wahnsinn», sagte Museumssprecher Roland Krischke. Das ganze Wochenende konnten Neugierige bei freiem Eintritt durch die Ausstellungssäle flanieren.

Die Besucher können rund 1000 Ausstellungsstücke vom alten Ägypten bis zum 19. Jahrhundert bewundern. Von Mumien in Glassärgen über Gemälde-Meisterwerke von Lucas Cranach, Caspar David Friedrich und Peter Paul Rubens bis hin zu Meissner Porzellan und kunstvoll gearbeiteten Fächern reicht die Schau. Auch das Gothaer Liebespaar ist dort ausgestellt. Ein ganzer Saal ist den Skulpturen und Büsten des französischen Bildhauers Jean-Antoine Houdon gewidmet. Es ist die größte Sammlung seiner Werke, die außerhalb des Louvres besichtigt werden kann.

Das Herzogliche Museum war zwischen 1864 und 1879 im Auftrag von Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha erbaut worden. Schon damals diente es dem Zweck, die in mehr als 300 Jahren vom Herzogshaus gesammelten Kunstwerke und naturwissenschaftlichen Exponate der Allgemeinheit zu präsentieren. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs gingen viele Kunstwerke der Sammlung verloren. Vor der Sanierung beherbergte der Bau das Museum für Natur. Seit 2011 wurde er für elf Millionen Euro aufwendig saniert und eingerichtet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen